HINTERGRUND: Die akute Aortendissektion Typ A nach Stanford ist ein akutes lebensbedrohliches Krankheitsbild, welches erfolgreich chirurgisch therapiert werden kann. Dazu kommen zwei verschiedene Operationsverfahren zum Einsatz: der suprakoronare Aszendensersatz und der Compositgraft.
FRAGESTELLUNG: Welche Faktoren bestimmen die Letalität im Zusammenhang mit den operativen Eingriffen? Stellt der ausgedehntere Eingriff Compositgraft selbst einen Risikofaktor für schlechtes postoperatives Outcome gegenüber dem kleineren Eingriff suprakoronarer Aszendensersatz dar? MATERIAL & METHODIK: In dieser retrospektiven Arbeit wurden die Daten von 73 Patienten der Jahre 1999-2003 ausgewertet und die Patienten telefonisch befragt. Die Ergebnisse wurden mittels logistischer Regression, Chi-Quadrat-Test und Shapiro-Wilk-Test ausgewertet und mit der leaving-one-out-Methode validiert. Außerdem wurde der exakte Test nach Fisher und der t-Test verwendet. ERGEBNISSE: 19,71 % der Patienten (29 total) verstarben im Beobachtungszeitraum, davon 66% im unmittelbaren postoperativen Verlauf und 33% bis zur Nachuntersuchung. 65,8 % der Patienten waren Männer, 34,2 % Frauen.
SCHLUSSFOLGERUNG: Als unabhängige Risikofaktoren für schlechtes Outcome konnten die Länge des Kreislaufstillstandes, das Vorhandensein von Dyspnoe, Synkope bei Aufnahme und Schockzustand bei Aufnahme identifiziert werden. Dieselben Parameter stellen unabhängige Risikofaktoren für das unmittelbare postoperative Outcome dar. Die Verwendung von GRF-Kleber ist bei den Verstorbenen häufiger anzutreffen als bei den Überlebenden und die Verstorbenen hatten häufiger pulmonale Komplikationen im postoperativen Verlauf erlitten. Eine höhere Blutungsmenge verschlechtert, das Anlegen eines Cabrolshuntes vermindert die Blutungsmenge und verbessert so das postoperative Outcome. Eine reduzierte Ejektionsfraktion verschlechtert ebenso das Outcome wie eine mesenteriale Ischämie, aber auch lange Operationszeiten, intraoperative Bypassanlage und das Erleiden einer Niereninsuffizienz gehen mit erhöhter Sterblichkeit einher. Dabei erhöht das Erleiden eines postoperativen Nierenversagens die Letalität auf 70%! Ist eine Reoperation von Nöten, verschlechtert sich das Langzeit-Ergebnis wiederum.Die Ausgangsthese, dass der kleinere Eingriff suprakoronarer Aszendensersatz auch mit geringerer Letalität einhergeht als der grössere Eingriff Compositgraft, konnte widerlegt werden.
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