Untersuchungen zum Stellenwert zeitlich gestaffelter Nachsorgekontrollen des Remissionsstatus in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit reifen B-Zell Non-Hodgkin Lymphomen
Hintergrund der Arbeit war der bislang nicht evaluiert Stellenwert von Nachsorgeuntersuchungen pädiatrischer Patienten mit Rückfall (Rezidiv) eines reifzelligen B-Zell Non-Hodgkin Lymphoms (B-NHL) bzw. der leukämischen Form (B-AL). Die Wahrnehmung von Nachsorgeuntersuchungen stellt für die betroffenen Familien einen emotionalen Belastungsfaktor dar. Zusätzlich bedeuten Nachsorgeuntersuchungen einen erheblichen personellen und finanziellen Aufwand. Ziel der Arbeit war die Klärung der Frage welche Bedeutung Nachsorgeuntersuchungen für pädiatrische Patienten mit Rezidiv eines B NHL haben. Im Rahmen der multizentrischen Therapiestudien B-NHL BFM zwischen 1986 und 2008 konnten 199 Patienten mit B-NHL Rezidiv evaluiert werden. Im Zeitraum der regulären Nachsorge nach Ende der Initialtherapie wurde die Rezidiverkrankung bei 3 von 10 Patienten im Rahmen geplanter Nachsorgeuntersuchungen und bei 7 von 10 Patienten in Folge von Tumorsymptomatik gestellt. Rezidivdiagnosen bei Nachsorgeuntersuchungen wurden zeitlich nicht früher gestellt. Der statistisch signifikante Überlebensvorteil bei Rezidivdiagnose im Rahmen der Nachsorgekontrollen konnte innerhalb der heterogenen histologischen Subtypen nicht reproduziert werden. Bei Patienten mit Diagnose eines Burkitt Lymphoms bzw. einer B-AL ist die Durchführung von Nachsorgeuntersuchungen nicht mit einem Vorteil verbunden. Patienten mit Diagnose eines diffus großzelligen B-Zell-Lymphoms hatten bei kleinen Fallzahlen einen statistisch nicht signifikanten Überlebensvorteil bei Diagnosestellung im Rahmen der Nachsorge. Patienten mit Diagnose eines primär mediastinalen, großzelligen B-Zell-Lymphoms hatten keinen Überlebensvorteil bei Diagnose im Rahmen der Nachsorgeuntersuchungen.
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