Zuverlässigkeit geklebter Oberkieferretainer

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Das Ziel dieser Arbeit war es, Defekthäufigkeiten geklebter Oberkieferretainer während der Retentionsphase zu bestimmen und mögliche prädisponierende Cofaktoren für Retainerdefekte zu evaluieren.Das Untersuchungsgut umfasste die Patientenakten von 466 Patienten (286 männlich und 180 weiblich) der Poliklinik für Kieferorthopädie des Zentrums für Zahn-, Mund und Kieferheilkunde der Justus-Liebig-Universität Gießen. Alle Patienten waren mit einer MB-Apparatur behandelt worden, wiesen einen palatinal mittels Composit befestigten Drahtretainer auf und ihre aktive, kieferorthopädische Behandlung wurde zwischen 1995 und 2006 abgeschlossen und nicht vorzeitig abgebrochen. Das durchschnittliche Alter der Patienten beim Einsetzen des Retainers betrug 17,0 +/- 6,0 Jahre, die Retentionsphase durchschnittlich 30,2 +/- 22,3 Monate.Aus jeder Patientenakte wurden neben dem Typ des eingegliederten Retainers (3-3 Einzelzahnkleberetainer, 2-2 Retainer, 1-1 Retainer oder andere Retainer), die Art eventueller Defekte (Detachment, totaler Verlust, oder Retainerbruch), sowie Zeitpunkt und Lokalisation der Defekte extrahiert. Außerdem wurden verschiedene, möglicherweise prädisponierende Cofaktoren für Retainerdefekte (Behandlererfahrung, Lückenrezidive nach Extraktion, Qualität der Mundhygiene, Tiefbiss, Defekte während der MB-Behandlung) erfasst.Die statistische Auswertung der Daten mittels Chi-Quadrat Test und Kaplan-Meier Analyse führte zu folgenden Ergebnissen: Mit 69,1% wurden im Oberkiefer vorrangig 3-3 Retainer eingegliedert. 19,1% der Patienten erhielten einen 2-2 Retainer und 7,5% einen 1-1 Retainer, während4,3% der Patienten einen andersartigen geklebten Retainer erhielten. Innerhalb des ersten Jahres nach Eingliederung des Retainers blieben 71,1% der Retainer defektfrei in situ. Die Behandlererfahrung beeinflusste die Defektfreiheit der Retainer signifikant (Kieferorthopäden 83,9%, Weiterbildungsassistenten 61,0%; p < 0,001). Detachments und totale Verluste traten verstärkt zu Beginn der Retentionszeit auf, während die Anzahl der Brüche kontinuierlich über den Beobachtungszeitraum anstieg. Betrachtet man die gesamte Retentionsphase, wiesen 58,2% aller Patienten einen oder mehrere Retainerdefekte auf, wobei die Defekte ungleichmäßig auf die verschiedenen Retainerarten verteilt waren. 75,5% der Defekte traten bei 3-3 Retainern auf, 16,8% bei 2-2 Retainern, 3,3% bei 1-1 Retainern und 4,4% in der Kategorie andere Retainer. Die Erfahrung der Behandler beeinflusste auch die Defektrate signifikant (Kieferorthöpäden 46,1%, Weiterbildungsassistenten68,7%; p < 0,001). Während der gesamten Retentionsphase traten bei 11,6% aller Patienten ein oder mehrere totale Verluste auf. 1-1 Retainer gingen mit 37,1% signifikant häufiger verloen als längere 3-3 Retainer mit 10,2% (p < 0,01), ebenso zeigte sich erneut ein signifikanter Einfluss der Behandlererfahrung (Kieferorthopäden 4,6%, Weiterbildungsassistenten 17,7%; p < 0,001). Ferner wiesen Patienten mit einem oder mehreren Defekten während der vorausgegangenen MB-Behandlung signifikant mehr totale Verluste auf als Patienten ohne Defekte (Defekte 13,8%, keine Defekte 6,8%; p < 0,05). Während der gesamten Retentionsphase traten bei 37,9% aller Patienten ein oder mehrere Detachments auf. Statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Retainerarten lagen nicht vor, jedoch beeinflusste die Behandlererfahrung auch die Detachmentrate signifikant (Kieferorthopäden 26,8%, Weiterbildungsassistenten46,2%; p < 0,01). Während der gesamten Retentionsphase traten bei 10,5% aller Patienten Retainerbrüche auf. Statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Retainerarten lagen nicht vor, jedoch traten Brüche gehäuft auf, wenn Eckzähne oder Prämolaren einbezogen waren. Keiner der erfassten Cofaktoren zeigte eine statistischeRelevanz.Schlussfolgernd lässt sich sagen, dass das untersuchte Patientengut mit 58,2% eine hohe Defektrate zeigte. 75,5% aller Defekte traten bei 3-3 Retainern auf, 24,5% verteilten sich auf die anderen Retainertypen. Die Detachment- und Verlustraten waren signifikant vom Erfahrungsstand des Behandlers abhängig: beide Raten waren bei erfahrenen Behandlern niedriger. Totale Verluste traten außerdem gehäuft auf, wenn der Retainer nur an zwei Zahneinheiten befestigt war oder wenn bereits ein oder mehrere Defekte an der festsitzenden Apparatur während der aktiven Behandlung aufgetreten waren. Retainerbrüche traten vermehrt auf, wenn Eckzähne oder Prämolaren in den Retainer einbezogen waren.

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