Parasitosen des Verdauungstrakts und der Atemwege bei Neuweltkameliden : Untersuchungen zu ihrer Epidemiologie und Bekämpfung in einer südhessischen Herde sowie zur Biologie von Eimeria macusaniensis

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Die vorliegenden Untersuchungen hatten folgende Ziele: ein modifiziertes McMaster-Verfahren mit konzentrierter Zuckerlösung (spez. Gewicht: 1,3) als Flotationsflüssigkeit hinsichtlich seiner Eignung für den quantitativen Nachweis von Eimeria macusaniensis-Oozysten (Oozystenzahl je Gramm Kot, OpG) mit dem Sedimentationsverfahren nach Boray und Pearson vergleichend zu prüfen; das Artenspektrum von Gastrointestinal- und Lungenparasiten sowie den altersabhängigen und saisonalen Infektionsverlauf bei Lamas und Alpakas (Fohlen, Jährlingshengste, Mutterstuten; n = 120) eines südhessischen Betriebs in einer einjährigen Longitudinalstudie mittels monatlicher Kotuntersuchungen zu erfassen; biologische Kenndaten, Immunogenität und klinische Auswirkungen von Eimeria macusaniensis nach experimenteller Erst- und Reinfektion (2 3 Wochen nach Ende der ersten Patenz) von 6 Lamafohlen zu ermitteln sowie Sporulationszeiten der Oozysten bei unterschiedlicher Inkubation zu bestimmen; die anthelminthische Wirksamkeit von Doramectin (1 %ige Injektions-lösung) und Moxidectin (0,5 %ige Pour-On-Lösung oder 1 %ige Injektionslösung) gegen Magen-Darm-Strongyliden und Dictyocaulus viviparus bei Neuweltkameliden mittels wiederholter Kotuntersuchungen vor und nach Medikation zu prüfen. Die im modifizierten McMaster-Verfahren ermittelten Werte der E. macusaniensis-OpG korrelierten eng mit jenen aus dem Sedimentations-verfahren. Das McMaster-Verfahren war daher geeignet, um neben Nematodeneiern und Oozysten anderer Eimerienarten auch jene von E. macusaniensis quantitativ zu erfassen. Im untersuchten Betrieb waren Oozysten von Eimeria alpacae, E. punoensis, E. lamae und E. macusaniensis regelmäßig nachzuweisen. Dabei schieden Fohlen signifikant häufiger und in größerer Anzahl Eimeria-Oozysten aus als ältere Tiere. Eine Saisonalität der Oozystenausscheidung war für keine Spezies deutlich. E. ivitaensis-Oozysten wurden in einzelnen Kotproben festgestellt; zwei Lamafohlen schieden Giardia-Zysten aus. Eier von Magen-Darm-Strongyliden (Ostertagia/Trichostrongylus, Haemonchus, Cooperia) wurden in allen Altersgruppen gefunden; die insgesamt niedrige Eiausscheidung war bei Fohlen signifikant höher (Maxima im Winter) als bei Mutterstuten und Junghengsten (Maxima jeweils im Spätsommer). Eier von Nematodirus spp. (N. helvetianus-Typ, N. battus) und Trichuris spp. waren vorwiegend im Kot von Fohlen zu finden. Beginn und Verlauf der Ausscheidung von Eimeria-Oozysten und von Nematodeneiern bei Fohlen wiesen daraufhin, dass sich diese initial in den ersten Lebenstagen (Eimerien) oder -wochen (Nematoden) infizierten. In einzelnen Kotproben wurden Strongyloides- oder Capillaria-Eier festgestellt. Symptome einer parasitären Gastroenteritis waren bei keinem Tier zu beobachten. Erstmals wurden bei Neuweltkameliden patente Infektionen mit Dictyocaulus viviparus nachgewiesen. Der Lungenwurmbefall trat im Winterhalbjahr und vor allem bei Mutterstuten und Junghengsten auf; einzelne Tiere zeigten respiratorische Symptome. Nach Erstinfektion mit 2 10 x 104 E. macusaniensis-Oozysten betrug die Präpatenz 32 36 Tage, die Patenz dauerte 39 43 Tage; Infektionen mit 2 x 104 Oozysten resultierten in einer mittleren Reproduktionsrate von 1:310. Zwei Lamas entwickelten bald nach Patenzbeginn vorübergehend Durchfall. Nach Reinfektion mit 2 x 104 oder 5 x 104 Oozysten war die Präpatenz verlängert (37 40 Tage), die Patenz verkürzt (20 23 Tage) und die Gesamtoozystenausscheidung verringert. Diese Befunde deuten darauf hin, dass E. macusaniensis nur mäßig immunogen ist. Maximale Sporulationsraten (ca. 90 %) wurden nach 21- (bei 18 19 °C oder 25 °C) und 9-tägiger Inkubation (bei 30 °C) erreicht. E. macusaniensis-Oozysten sporulierten bei 6 7 °C nicht, nahmen aber nach Erhöhung der Umgebungstemperatur ihre Entwicklung wieder auf. Zwei bzw. drei Wochen nach Injektionsbehandlung mit Doramectin (0,2 oder 0,4 mg/kg KM i.m.) oder Moxidectin (0,2 mg/kg KM s.c.) sistierte die Ausscheidung von Magen-Darm-Strongylideneiern bei der Mehrzahl der Tiere, die mittlere Eizahlreduktion betrug 94 100 %. Dagegen reduzierte die Aufgussbehandlung mit Moxidectin (0,4 mg/kg KM) die Eiausscheidung nur unzureichend. Patente D. viviparus-Infektionen wurden erfolgreich mit Doramectin (i.m.) oder Moxidectin (Aufguss) eliminiert.

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Erstpublikation in

Giessen : VVB Laufersweiler 2006

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