Grösse und Populationsverteilung des Hepatitis-C-Virus : eine nanometrische Anwendung der Gel-Ausschluß-Chromatographie
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Zusammenfassung
Trotz erheblicher Anstrengung ist die Morphologie des Hepatitis-C-Virus (HCV), insbesondere seine tatsächliche Partikelgröße, unklar. Bisherige Studien mittels Elektronenmikroskopie führten zu keinen klaren Aussagen, auch bei vielen anderen Viren bietet diese Methodik kein genaues Ergebnis für die tatsächliche Größe hydrierter, nativer Viruspartikel. Ziel der vorliegenden Arbeit war, die Größe von HCV in nativem Zustand wie auch seine Populationsverteilung in humanem Serum zu ermitteln. Hierzu wurde eine Gel-Ausschlusschromatographie (GEC) etabliert, zu deren Auswertung ein hier dargelegtes mathematisches Verteilungsmodell mittels Weibull-Analyse erstmalig eingesetzt und validiert wurde. Zur Eichung wurden mehrere Viren mit bekannter cryoelektronenmikroskopischer Größe verwendet und zu ihrem Nachweis quantitative real-time Methoden etabliert. Bei der Untersuchung von HCV konnten im Serum Antikörper-gebundene von freien Viruspopulationen getrennt werden; freie Viren fanden sich vorwiegend bei Immunsupprimierten und in der frühen Infektionsphase. Die Größe des freien HCV wurde zu 37 +/- 2 nm bestimmt, was etwa 20% unter dem Wert anderer Mitglieder der Flaviviridae und dem für HCV bisher vermuteten Wert liegt. Neben diesen Partikeln fanden sich kleinere, RNA-freie Core-Ag-haltige Partikel, womit erstmalig der Nachweis subviraler HCV-Partikel gelang. Diese Partikel könnten eine wesentliche Rolle bei der Pathogenese und Diagnostik der Hepatitis C einnehmen. Nach chromatographischer Reinigung von humanem Serum gelang eine elektronenmikroskopische Darstellung von Partikeln mit möglicher viraler Oberflächenmorphologie. Weitergehend wurde die Größe von freiem Hepatitis-B-Virus (50,2 nm) und dem Bovinen Virus-Diarrhoe-Virus BVDV (48,6 nm) mittels GEC bestimmt. Die hier nachgewiesene deutliche Differenz zwischen BVDV und HCV stellt die bisherige Verwendung von BVDV als Modellvirus bei der Ultrafiltration in Frage. Das Fehlen von nachweisbarer RNA oder Kapsiden nach Detergenzbehandlung von HCV führt zu einer Neubewertung der HCV-Morphologie und zu der Hypothese, daß das HCV-Core-Protein eher ein Matrixprotein als ein klassisches Kapsidprotein ist.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Wettenberg : VVB Laufersweiler 2005
