Der Laktobakterienanteil am epiphytischen Besatz variiert stark, er ist häufig unzu¬reichend und kaum prognostizierbar. Ziel der Untersuchungen war es daher zu ermitteln, inwiefern verschiedene zugesetzte, selektierte homofermentative Lakto¬bakterienarten (= Lactobacillus paracasei, Lac. plantarum) und -kombinationen (= Enterococcus faecium + Lac. rhamnosus bzw. Lac. paracasei + Lactococcus lactis + Pediococcus acidilactici) mit einheitlichem Aufwand von 105 cfu g-1 Anwelkegut die Gärqualität von Silagen verbessern oder absichern. Die Additive kamen zu verschiedenen Pflanzenarten (= Lolium perenne, Dactylis glomerata, Trifolium pratense), bei abgestuften Vorwelkegraden (= 25, 40% TS), zu verschiedenen Aufwüchsen (= Primär, Sekundär) und unterschiedlichen Ernteterminen (= früh, spät) zur Anwendung. Folgende Ergebnisse lassen sich herausstellen:
1. Die Gäreigenschaften des Anwelkgutes variierten mit Z/PK-Quotienten von 0,3 bis 2,4. Bei Lolium perenne und Trifolium pratense lag der Z/PK-Quotient in 50% der Aufwüchse > 1,0, bei Dactylis glomerata war das nur bei 33% der Fälle so.
2. Der TS-abhängige kritische pH-Wert wurde unter Einbeziehung der 144 Varianten bei Lolium perenne in 27%, bei Trifolium pratense in 40% und bei Dactylis glomerata in 73% der Fälle nicht erreicht. Maßgebend dafür waren offenbar die zu geringen Z/PK-Quotienten.
3. Bezogen auf die gebildete Milchsäure und die pH-Werte der Silagen erwies sich Lactobacillus paracasei verglichen mit Lac. plantarum als effizienter. Die gute Wirksamkeit zeigt sich bereits nach sechs Tagen Lagerzeit.
4. Bei den Kombinationen bestehend aus mehreren Arten ergab sich ein Vorteil bei dem Zusatz, der Lac. paracasei (= Produkt Bonsilage C) enthielt. Die Kombination Lac. rhamnosus + Enterococcus faecium (= Produkt Bonsilage) war Lac. plantarum nicht überlegen.
5. Bei den stabilen Silagen von Trifolium pratense mit geringem Vorwelkegrad (= 25% TS) wiesen die Kontrollen NH3-Anteile am Rohprotein-N-Gehalt von > 10% auf; hier bewirken die Laktobakterien-Zusätze, insbesondere die Lac. paracasei- haltigen, einen signifikant geringeren Proteinabbau.
6. Die Verknüpfung der Ergebnisse hier mit den Ergebnissen der Literatur zeigt, dass effiziente Laktobakterien-Zusätze geringere Vorwelkegrade ermöglichen, was geringere vorwelkebedingte Verluste, ein vermindertes Witterungsrisiko und Einsparungen an Zett- und Schwadarbeitsgängen bedingt.
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