Der Einfluss von regenerativen Therapien auf die Heilung des Musculus interosseus medius beim Pferd : Eine kontrollierte prospektive klinische und sonographische Studie
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Zusammenfassung
Ziel der vorliegenden kontrollierten Studie war es, das Heilungsverhalten des M. interosseus medius des Pferdes unter dem Einfluss von equinen MSC sowie PRP klinisch und ultrasonographisch zu untersuchen und anhand einer Kontrollgruppe zu vergleichen. Ein weiterer Gegenstand der Untersuchung war es, die klinische Möglichkeit der Übertragung von allogenen MSC beim Pferd festzustellen. Die Verwendung von allogenen MSC könnte zu einer zeitnahen und risikoärmeren Behandlung von Sehnenschäden beim Pferd führen. In der vorliegenden Studie wurden insgesamt 30 Pferde mit einer vordiagnostizierten Desmitis des Musculus interosseus klinisch sowie ultrasonographisch standardisiert untersucht. Die Pferdegruppe wurde randomisiert und auf diese Weise in 3 Behandlungsgruppen à 10 Pferden aufgeteilt. Die Pferde der Gruppe A wurden mit einem Placebo behandelt und dienten als Kontrollgruppe. Die Pferde der Gruppe B wurden mit Platelet Rich Plasma (PRP) behandelt. Das hergestellte autologe Thrombozytenkonzentrat aus dem entnommenen Pferdeblut wurde unter sterilen Bedingungen in die Läsionen in den Fesselträger injiziert. Zur Behandlung der Pferde der Gruppe C wurden adulte, allogene MSC verwendet. Diese wurden aus einem Sternumaspirat eines gesunden jungen Pferdes gewonnen. Im Labor des KMT im UKE Hamburg wurde das equine Knochenmark weiter verarbeitet und über mehrere Stufen passagiert. Die Zellen der Passagestufe p2 wurden in flüssigem Stickstoff bei -196° C gelagert. Bei Bedarf wurden die kryokonservierten MSC 4-5 Tage vor der anstehenden Behandlung aufgetaut und aufbereitet. Dem zu behandelnden Pferd der Verum-Gruppe C wurden, unter Beachtung der sterilen Maßnahmen, 10 Millionen Zellen in die Läsion in den Fesselträger injiziert. Für jedes Pferd wurde ein Bewegungsplan entsprechend dem Grad und dem Alter der Verletzung erstellt. Im Abstand von 6 Wochen wurden die Pferde zwei Mal zur Nachkontrolle vorgestellt. Im Rahmen dieser Kontrolluntersuchungen wurden die Pferde standardisiert klinisch und ultrasonographisch untersucht. 6 Monate nach der ersten Untersuchung fand die Evaluation des Heilungsverlaufes mit Hilfe eines Fragebogens statt.Die Ergebnisse dieser Studie zeigten klinische und ultrasonographische Verbesserung in allen Behandlungsgruppen. So trat in der Placebogruppe ebenfalls eine deutliche klinische und ultrasonographische Besserung auf. Es gab keine signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen. Diese Beobachtungen schließen nicht aus, dass die Verwendung von regenerativen Techniken zu einer natürlichen Regeneration des geschädigten Gewebes führen und die Bildung von weniger belastbarem Ersatzgewebe möglicherweise vermieden werden kann. Die Ergebnisse dieser Studie wären bei akuten Fällen möglicherweise anders ausgefallen und verdeutlichen die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen. Andererseits zeigen sie, dass die Bedeutung und der Einfluss eines kontrollierten Bewegungsaufbauprogrammes nicht unterschätzt werden darf. So ist ein solches Aufbauprogramm die wichtigste Maßnahme zur Verhinderung von Rezidiven.Aus rein immunologischer Sicht hingegen scheint eine Behandlung mit allogenen MSC möglich zu sein. In der hier vorliegenden Pferdegruppe konnten klinisch keine erkennbaren Abwehrreaktionen auf die allogenen MSC erfasst werden.Insgesamt zeigen die Ergebnisse dieser Studie aber auch, dass über den Einsatz von regenerativen Therapiemaßnahmen beim Pferd noch großer Untersuchungsbedarf besteht. Die in der Literatur beschriebene Verwendung dieser Therapien blieb oft ohne den gewünschten Effekt. Hier steht vor allem auch die Struktur des M. interosseus medius im Mittelpunkt des Interesses. Über seinen Aufbau und seine Ultrastruktur ist noch viel zu wenig bekannt. Diese Informationen sind für eine optimal abgestimmte Therapie notwendig.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
