Porine sind spannungsabhängige Anionenkanäle (VDAC, <
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voltage dependent anion channel<
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),die nicht nur im Mitochondrium sondern auch in der Plasmamembran von Säugetierennachzuweisen sind. Über das Vorkommen und die Funktion von Porinen in Zellen desSäugetierhodens ist nur wenig bekannt. Aus der Literatur kann aufgrund von Analogien zusomatischen Zellen die Hypothese aufgestellt werden, dass Porine z. B. bei der Motilität, derInduktion der Akrosomreaktion oder bei dem strukturellen Aufbau vonSäugetierspermatozoen eine Rolle spielen. Ziel der Dissertationsarbeit war der Nachweis unddie Lokalisation von Porin Subtypen während der Spermatogenese sowie die Bedeutungdieser Kanäle für die Regulation von Spermatozoenfunktionen. Porin Subtypen 1 und 2wurden mittels spezifischer Antikörper im bovinen Hoden dargestellt. Die Expression vonPorin Subtypen 1 und 2 mRNA in Zellen des Bullenhodens konnte durch gentechnologischeMethoden den Zellen zugeordnet werden. Mittels Immunfluoreszenz mit bovinenSpermatozoen wurde gezeigt, dass Porin Subtypen in unterschiedlichen Regionen (Kopf,Mittelstück, Flagellum) des Spermatozoons zu finden sind. Die Ergebnisse zeigen, dassaufgrund ihrer multitopologischen Lokalisation in Samenzellen Porin Subtypenmöglicherweise auch differente Funktionen in den Kompartimenten des Spermatozoonsregulieren. Die gentechnologischen und immunhistochemischen Untersuchungen zeigtenübereinstimmend, dass Porin Subtypen in verschiedenen Zellarten des Säugetier Hodensexprimiert werden. Von großer Bedeutung ist, dass Porin 1 und Porin 2 Subtypen sowohl alsmRNA wie auch als Protein kein einheitliches und kein Entwicklungsstadien-spezifischesExpressionsmuster aufweisen. Dieses Ergebnis deutet auf eine differenzierte Porin-Funktionwährend der Spermatogenese hin. Erste Hinweise für die funktionelle Bedeutung von PorinSubtypen für die Akrosomreaktion und für die Motilität der Samenzelle wurden durch denEinsatz von spezifischen anti-Porin Antikörpern gewonnen. Porin Antikörper scheinen dieakrosomale Exocytose in Spermatozoen auszulösen, wohingegen die Spermienmotilität imWesentlichen unbeeinflusst bleibt. Wegen der unbekannten Signaltransduktionskaskaden,über die Porine an der Regulation der Spermatozoenfunktion beteiligt sein könnten und nichtzuletzt auch wegen der geringen Anzahl an funktionellen Experimenten mit anti-PorinAntikörpern können vorerst aber noch keine definitiven Aussagen über die Funktion vonPorin Subtypen in Spermatozoen gemacht werden. Die erhobenen Ergebnisse werden aber alsAusgangspunkte für weitere Untersuchungen dienen.
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