Subjektiv und objektiv wahrgenommene Gefährdung durch Arthropoden : eine differenzierende Studie

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Spezifische Phobien sind weit verbreitet, so beträgt in Deutschland die 12-Monatsprävalenz 14,2%. Am bekanntesten ist wohl die Spinnenphobie. Dennoch lassen sich auch Fälle von Phobien vor anderen Arthropoden, wie Bienen und Wespen, finden. Bisher hat es nur wenige vergleichende Studien gegeben, die sich mit dem phobischen Potential von Arthropoden befassen. Zudem lassen sich kaum Antworten auf die Frage finden, was die Unterschiede bedingt.Ziel dieser Arbeit war es zu klären, ob es Unterschiede in Bezug auf das phobische Potential von Wespen, Bienen, Spinnen, Marienkäfern, Kellerasseln und Hornissen gibt. Zudem sollten Einflussfaktoren erkannt werden. Dazu wurden ökonomische und ökologische Aspekte, Persönlichkeitsfaktoren, Alter und Geschlecht betrachtet.Zur Beantwortung der Fragestellung wurde ein Fragebogen entwickelt. Dieser setzte sich aus mehreren Teilen zusammen. Zur Klärung des phobischen Potentials wurde eine deutsche, erweiterte Version eines bekannten Fragebogens zur Spinnenphobie verwendet. Dieser wurde mit einem eigens entwickelten Fragebogen zur Erfassung der Einflussfaktoren und standardisierten Persönlichkeitsfragebögen korreliert. Zudem mussten die Probanden die Gefahr durch Arthropoden im Vergleich zu alltäglichen Gefahren einschätzen. Diese Ergebnisse wurden mit den tatsächlichen Zahlen des statistischen Bundesamtes verglichen. Insgesamt wurden 223 Probanden befragt.Mittels Faktorenanalyse konnten fünf zugrunde liegende Skalen erkannt werden: Angst/Panik , Allergie/Schmerz , Kenntnis , Alltagseinschränkung und Aktion . Die einzelnen Arthropoden wurden in diesen Skalen verglichen. Anschließend wurden mittels Korrelationsanalyse die Zusammenhänge mit den Einflussfaktoren geprüft.Die Ergebnisse zeigen, dass das phobische Potential der Biene deutlich geringer ist als bei Wespe, Spinne und Hornisse. Die Kontrolltiere Kellerassel und Marienkäfer zeigten ein geringeres Potential. Größter Einflussfaktor war die Kenntnis der Tiere. Persönlichkeitsfaktoren beeinflussten generell das Ausmaß der Angst. Es konnte nachgewiesen werden, dass die Gefahr durch Arthropoden deutlich überschätzt wird. Durch eine höhere Kenntnis der Tiere lässt sich die Angst reduzieren und das phobische Potential sinkt. Eine stärkere Aufklärung über den Nutzen der Tiere erscheint daher sinnvoll.

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Giessen : Laufersweiler

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