Seltene / private Thrombozytenantigene und ihre klinische Bedeutung im Krankheitsbild der fetalen / neonatalen Alloimmunthrombozytopenie am Beispiel eines bisher unbekannten Alloantigens auf Glykoprotein Ia

Datum

2023

Betreuer/Gutachter

Weitere Beteiligte

Herausgeber

Zeitschriftentitel

ISSN der Zeitschrift

Bandtitel

Verlag

Zusammenfassung

Im Rahmen dieser Arbeit konnte durch Analyse des Serums einer Schwangeren mit fetaler und neonataler Alloimmunthrombozytopenie ein neues Blutgruppen-Alloantigen auf dem Glykoprotein GP Ia (α2-Integrin) beschrieben werden. Durch ein cross-match zwischen mütterlichem Serum und paternalen Thrombozyten in einem glykoprotein-spezifischen Testverfahren wurde das Antigen auf GP Ia lokalisiert. Die Resequenzierung des ITGA2-Gens zeigte eine Mutation an Position 3347. Durch gezielte Mutagenese in einem Expressionsvektor und Expression des mutierten Proteins auf CHO-Zellen konnte der resultierende Aminosäure-Austausch an Position 1087 als ursächlich für das Neoantigen bestätigt werden. In der HPA-Nomenklatur wird die Variante HPA-25b bezeichnet, entsprechend dem Namen der Index-Familie wird Swia mitgeführt. Zusätzlich wurde ein PCR-RFLP zur vereinfachten Diagnostik des Dimorphismus entwickelt. Für den letalen Verlauf der fetalen / neonatalen Alloimmunthrombozytopenie in dem genannten Fall war jedoch ein ebenfalls vorhandener anti-HPA-1a Antikörper der Mutter verantwortlich, da der Fetus kein Merkmalsträger von HPA-25b war. Die Antikörper-Konstellation und das klinische Erscheinen entsprechen damit den aktuellen Erkenntnissen, nach denen schwere intrakranielle Blutungen vor allem durch anti-HPA-1a Antikörper ausgelöst werden. Die Rolle der seltenen Thrombozytenantigene (LFHPA) im Rahmen einer klinisch nachweisbaren fetalen oder neonatalen Alloimmunthrombozytopenie ist Gegenstand der aktuellen wissenschaftlichen Diskussion. Aufgrund der niedrigen Prävalenz der fetalen / neonatalen Alloimmunthrombozytopenie existieren wenige prospektive Studien, die meisten Studien basieren auf retrospektiven Fallanalysen. Um das Risiko für das Auftreten einer FNAIT und die Therapie beim Nachweis von seltenen Thrombozyten Antikörpern beurteilen zu können, sind weitere große prospektive Studien notwendig. Die aktuelle Studienlage weist auf ein niedriges Risiko durch mütterliche Antikörper gegen GP Ia hin. Somit ist eine prophylaktische Therapie mit IVIG bei einem Nachweis von Thrombozyten-Antikörpern gegen GP Ia während einer Schwangerschaft vermutlich nicht indiziert.

Beschreibung

Inhaltsverzeichnis

Anmerkungen

Erstpublikation in

Sammelband

URI der Erstpublikation

Forschungsdaten

Schriftenreihe

Erstpublikation in

Zitierform