Einfluss verschiedener Beschäftigungsobjekte auf das Verhalten von Afrikanischen Grünen Meerkatzen (Chlorocebus aethiops) in einer Labortierhaltung

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In der vorliegenden Arbeit wurden ein Fernseher, ein Puzzle-FeederÔ und Prima Hedrons (kubische Kletterstrukturen) auf ihre Wirksamkeit als Beschäftigungsobjekte und ihre Auswirkungen auf verschiedene Verhaltensweisen bei Afrikanischen Grünen Meerkatzen in einer Labortierhaltung getestet. Ziel der Arbeit war es zum einen den gesetzlichen Rahmenbedingungen im Sinne des Tierschutzgesetzes gerecht zu werden. Zum anderen sollte sie einen Beitrag zur physischen und psychischen Gesunderhaltung von Afrikanischen Grünen Meerkatzen leisten, die insbesondere in Labortierhaltungen unter großen Einschränkungen leben. Durchgeführt wurde die Untersuchung an zwei Gruppen Afrikanischer Grüner Meerkatzen mit jeweils 6 Tieren, die beide eine Familienstruktur aufwiesen. In beiden Gruppen befanden sich je ein adultes Männchen, zwei adulte Weibchen und je drei juvenile Tiere beider Geschlechter. Die Herkunft und Vorgeschichte der Tiere war unterschiedlich und deren Einfluss auf die Ergebnisse nicht feststellbar. Gruppe 1 war in einem Raum mit einem Einzelkäfig untergebracht, Gruppe 2 in einem Teil einer Dreierkombination des gleichen Käfigtyps mit einer Nachbargruppe. Sowohl der Einzelkäfig, als auch der Teil der Dreierkombination waren 1,25 m breit, 3,00 m lang und 2,25 m hoch. In allen Untersuchungsabschnitten wurden die Verhaltensweisen aller sechs Tiere einer Gruppe in einer Minute einmal erfasst, sechzig mal pro Stunde.Vor der eigentlichen Objektuntersuchung wurde eine Erhebung, der im Paul-Ehrlich-Institut vorhandenen Verhaltensweisen in Hinblick auf Häufigkeit (Timebudget) und Verteilung (Aktivitätsprofil) über die Tagesstunden vorgenommen. Für diese Untersuchung wurden die Stunden zwischen 6°° Uhr und 18°° Uhr jeweils dreimal erfasst, so dass die Daten aus insgesamt 36 Stunden für die Auswertung zur Verfügung standen. Die Objektuntersuchungen wurden bei beiden Gruppen in zwei Untersuchungsblöcken (I und II) von jeweils acht Wochen durchgeführt, die jeweils eine Kontrollwoche zu Beginn und am Ende des Blockes enthielten. Zwischen den Kontrollwochen wurden den Tieren für jeweils zwei Wochen nacheinander die Objekte zur Verfügung gestellt. Die Beobachtungen wurden von Montag bis Freitag zwischen 10°° Uhr und 12°° Uhr durchgeführt. Im Untersuchungsblock I wurden den Tieren die Objekte täglich (Montag bis Freitag), im zweiten Untersuchungsblock dreimal wöchentlich (Montag, Mittwoch und Freitag) angeboten. Für die Auswertung wurden für jedes Tier einer Gruppe die Stundenmediane der verschiedenen Verhaltenskategorien errechnet und diese zur Errechnung des jeweiligen Gruppenmedians herangezogen. Die Verhaltensmediane der verschiedenen Untersuchungsabschnitte innerhalb eines Blockes wurden mit Hilfe des Friedman-Test auf Unterschiede getestet und bei signifikantem Ergebnis (p < 0,05) mit dem Wilcoxon-Rangsummentest mit a-Adjustierung nach Bonferroni-Holm weiter getestet. Im Vergleich mit der Literatur unterscheidet sich das Timebudget der Afrikanischen Grünen Meerkatzen im Paul-Ehrlich-Institut nur wenig von dem ihrer frei lebenden Artgenossen, bei denen das Orientierungsverhalten offenbar häufiger zu beobachten ist. Gruppe 1 verbrachte etwas mehr Zeit mit Ruheverhalten. Die Aktivitätsprofile waren beim Ruheverhalten offenbar ähnlich denen der Natur, während die meisten anderen Verhaltensweisen offenbar stark vom Tagesablauf der Tiere im Paul-Ehrlich-Institut beeinflusst waren.Bei beiden adulten Männchen waren abnorme Verhaltensweisen zu beobachten. Das adulte Männchen in Gruppe 1 zeigte eine recht häufige stereotype Laufbewegung, während bei dem adulten Männchen in Gruppe 2 relativ selten eine Zungenbewegung zu beobachten war, deren Sinn nicht ersichtlich war.Bei den Objektuntersuchungen konnten deutliche Beschäftigungseffekte mit dem Fernseher (Videos mit verschiedenen Naturfilmen) und dem Puzzle-FeederÔ (gefüllt mit Erdnüssen) erzielt werden. Beim Fernseher waren es vor allem die adulten Weibchen und die juvenilen Tiere, die älter als ein Jahr waren, bei denen eine häufige Beschäftigung feststellbar war. Diese Beschäftigung bezog sich jedoch lediglich auf das Orientierungsverhalten und bot den Tieren keine weitere aktive Betätigungsmöglichkeit. Neben einem gestiegenen Orientierungsverhalten während der Darbietung von Filmen konnten keine eindeutigen Verhaltensveränderungen bei den Tieren festgestellt werden. Der Puzzle-FeederÔ wurde vor allem von den juvenilen Tieren beider Gruppen genutzt und führte bei diesen zu einem erhöhten Spielverhalten in den Untersuchungswochen mit dem Puzzle-FeederÔ. Andere eindeutige Verhaltensveränderungen waren nicht zu beobachten. Auch Verhaltensveränderungen, die über die Zeit der Objektdarbietung raus gehen, waren nicht feststellbar.Die Prima Hedrons wurden von den Tieren beider Gruppen zwar als Einrichtungsgegenstand angenommen, waren als Beschäftigungsobjekt für die Tiere jedoch nicht geeignet. Sie waren als großes, aus mehreren Teilen zusammen gebautes Objekt möglicherweise zu unbeweglich. Die stereotype Bewegung des adulten Männchens aus Gruppe 1 war insbesondere während des Puzzle-FeederÔ-Angebotes häufiger zu beobachten als in den übrigen Wochen. Dem gegenüber war das abnorme Verhalten des adulten Männchens aus Gruppe 2 während der gesamten Beobachtungszeit zu den Objekten nicht zu beobachten.

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Erstpublikation in

Giessen : VVB Laufersweiler 2007

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