Prognostischer Wert der Herzfrequenzvariabilität nach akutem Myokardinfarkt in der Ära der akuten Reperfusion

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Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, insbesondere der akute Myokardinfarkt (AMI), stehen in den westlichen Industriestaaten, so auch in Deutschland, an oberster Stelle der TodesursachenNach überlebtem Myokardinfarkt wird die Prognose der Patienten einerseits durch Reinfarkte, respektive das Auftreten terminaler Herzinsuffizienz, andererseits durch das Auftreten von malignen Arrhythmien bestimmt.Von klinischer Bedeutung ist die Identifikation der arrhythmie-gefährdeten Patienten nach Überleben der akuten Infarktphase. Denn insbesondere der plötzliche Herztod stellt ein zentrales Problem für den Postinfarktpatienten dar. Dies ist die erste Studie, die die Herzfrequenzvariabilität (HRV) bei Patienten untersucht hat, bei denen in der akuten Infarktphase eine komplette Revaskularisation versucht worden war. Gerade in der heutigen Zeit wird die komplette Revaskularisation des Infarktgefäßes immer häufiger durchgeführt. Insofern ist es berechtigt und notwendig, die Inzidenz und Bedeutung der HRV erneut zu evaluieren. Physiologisch handelt es sich bei der HRV um die Abweichung der Herzfrequenz von einer regelmäßigen Folge. Allgemein gilt eine hohe HRV als Zeichen des Gesunden, eine erniedrigte HRV als Prädiktor eines späteren Arrhythmie-ereignisses. In dieser prospektiven Studie wurden 412 Patienten eingeschlossen, bei denen in der Infarktphase grundsätzlich eine direkte perkutane transluminale Koronarangioplastie (PTCA) durchgeführt wurde. In diesem Patientenkollektiv wurde 11+9 Tage nach überlebtem AMI die HRV gemessen.Eine Nachbeobachtung nach Entlassung erfolgte routinemäßig nach 30 Tagen und danach alle 6 Monate über insgesamt 4 Jahre. Alle 412 Patienten, die grundsätzlich einer direkten PTCA zugeführt wurden, überlebten die ersten 30 Tage. Nach einem Jahr waren 2,4% der Patienten verstorben. Am Ende des 2. Jahres betrug die Rate der verstorbenen Patienten des Gesamtkollektivs 3%. Nach 3 Jahren lag die Mortalitätsrate bei 5%. Am Ende des 4. Jahres waren 9% der in die Studie eingeschlossenen Patienten verstorben. In dieser Studie handelt es sich um die erste HRV-Analyse bei Patienten mit direkter PTCA in einem Zeitrahmen von 11+9 Tagen nach AMI. Die Inzidenz der stark gesunkenen HRV, definiert als SDNN < 50 ms, ist bei Patienten nach akutem ST-Segment Hebungsinfarkt (STEMI) in der Ära der frühen Reperfusion des Infarktgefäßes, die einer frühen und meist erfolgreichen PTCA (377/412) zugeführt wurden, niedrig (ca. 7%). In der aktuellen Studie betrug die mittlere linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) über 55% (+15; Bereich 10-80%). Damit wird deutlich, dass eine hohe Zahl von Patienten sehr früh katheterisiert wurde und dadurch eine frühe Reperfusion erhielt.Signifikanter Prädiktor des Überlebens sind in dieser Studie nur Alter und LVEF. Obgleich die Inzidenz der stark erniedrigten HRV nach direkter PTCA bei STEMI sehr rar erscheint (< 10%), behauptet sie ihre Fähigkeit zur Einschätzung der erhöhten Langzeit-Mortalität, insbesondere durch die Kombination von SDNN < 50 ms und niedriger LVEF.

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Giessen : VVB Laufersweiler 2007

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