Einfluss verschiedener Parameter auf Fertilitätsstörungen in Milchviehbeständen
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Zusammenfassung
Im Rahmen der vorliegenden Studie wurden anamnestische, klinische und labordiagnostische Daten von Milchkühen aus 48 Betrieben in Mittelhessen in den Jahren 2002 bis 2004 gesammelt und hinsichtlich potentieller Zusammenhänge zwischen Betriebsfaktoren, Stoffwechselstörungen, dem direkten oder indirekten Nachweis von Infektionserregern und den Bestandsproblemen Aborte, Nachgeburtsverhaltung, Festliegen und Brunstlosigkeit untersucht. Weiterhin wurde überprüft, ob sich die Harnanalyse dazu eignet, Informationen darüber zu erhalten, wie sich die Konzentrationen von Kalzium, Kalium und Natrium im Plasma verhalten.Folgende relevanten Ergebnisse konnten erzielt werden:- Der Zusammenhang zwischen der Kalziumkonzentration im Harn und im Plasma war statistisch signifikant (p < 0,001). Dies gilt nicht für die Konzentration der Elektrolyte Natrium und Kalium.- Herden, in denen Aborte ein Problem darstellen, werden häufiger in Laufstallhaltung gehalten, weisen häufiger eine Geburtsbox auf und werden häufiger gegen das BVD-Virus geimpft (p < 0,05). Weidegang, Tierzukauf, Impfungen gegen das Bovine Herpes Virus 1 und die Nutzung des Natursprunges unterscheiden sich in Betrieben mit und ohne Abortproblematik nicht.- In Herden, in denen das Auftreten einer Nachgeburtsverhaltung, Festliegen oder Brunstlosigkeit Probleme darstellen, konnten die Aufstallungsform, Weidegang, Tierzukauf, Impfungen gegen das Bovine Herpes Virus 1 und das BVD-Virus sowie die Nutzung des Natursprunges und einer Geburtsbox nicht als Risikofaktor für diese Probleme identifiziert werden. - In Herden mit einer Abortproblematik werden häufiger Tiere mit Antikörpern gegen das BVD-Virus und Coxiellen gefunden als in Herden, in denen Aborte als Bestandsproblem keine Rolle spielen (p < 0,05). Dieser Zusammenhang ließ sich nicht für die Häufigkeit des Nachweises von Antikörpern gegen Chlamydien, Listerien, Neospora caninum und Chlamydien-Antigen sowie von BVD-Virus-Antigen nachweisen.- Bestände, in denen Aborte ein Problem darstellen, zeigen keine Unterschiede hinsichtlich der Körperkondition der Tiere, der Plasmakonzentration von Phosphat, Magnesium, Natrium, Harnstoff, Cholesterin, Gesamtbilirubin, dem Nachweis von Acetonkörpern und der Konzentration von Kalium und Natrium im Harn sowie der Aktivität der Aspartat-Amino-Transferase und Glutamat-Dehydrogenase im Vergleich zu Herden ohne erhöhte Abortrate. Signifikante Unterschiede bestanden hinsichtlich der Plasmakonzentration von Gesamtkalzium, Glukose, Triglyzeriden (p < 0,05).- In Herden mit einer Abortproblematik kommen gehäuft festliegende Tiere vor (p < 0,05). Es konnte kein Zusammenhang mit den gehäuften Vorkommen von Nachgeburtsverhaltungen und mangelhafter Brunstausprägung nachgewiesen werden.- In Herden mit einer erhöhten Rate von festliegenden Kühen werden häufiger Tiere mit Antikörpern gegen das BVD-Virus gefunden als in Herden, in denen Festliegen kein Problem ist (p < 0,05). Dieser Zusammenhang ließ sich nicht für die Häufigkeit des Nachweises von Antikörpern gegen Chlamydien, Coxiellen, Listerien, Neospora caninum und Chlamydien-Antigen sowie von BVD-Virus-Antigen nachweisen.- Bestände, in denen Festliegen ein Problem darstellt, zeigen keine Unterschiede hinsichtlich der Körperkondition der Tiere, der Plasmakonzentration von Phosphat, Kalium, Magnesium, Natrium, Harnstoff, Glukose, Cholesterin, Triglyzeriden, Gesamtbilirubin, dem Nachweis von Acetonkörpern, der Kalium- und Natriumkonzentration im Harn sowie der Aktivität der Aspartat-Amino-Transferase und Glutamat-Dehydrogenase im Vergleich zu Herden ohne diese Problematik. Signifikante Unterschiede bestanden hinsichtlich der Plasmakonzentration von Gesamtkalzium (p < 0,05). - In Herden mit schlechter Brunstausprägung werden häufiger Tiere mit Antikörpern gegen das BVD-Virus gefunden als in Herden, in denen diesen Problem keine Rolle spielt (p < 0,05). Dieser Zusammenhang ließ sich nicht für die Häufigkeit des Nachweises von Antikörpern gegen Chlamydien, Coxiellen, Neospora caninum und Chlamydien-Antigen sowie von BVD-Virus-Antigen nachweisen.- Bestände mit schlechter Brunstausprägung zeigen keine Unterschiede hinsichtlich der Körperkondition der Tiere, der Plasmakonzentration von Kalzium, Phosphat, Kalium, Magnesium, Natrium, Harnstoff, Glukose, Triglyzeriden, Gesamtbilirubin, dem Nachweis von Acetonkörpern, der Kalium- und Natriumkonzentration im Harn sowie der Aktivität der Aspartat-Amino-Transferase und Glutamat-Dehydrogenase im Vergleich zu Herden ohne diese Problematik. Signifikante Unterschiede bestanden hinsichtlich der Plasmakonzentration von Cholesterin (p < 0,05).Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Laufstallhaltung und die Nutzung einer Geburtsbox als Risikofaktor für das Auftreten von gehäuften Aborten gelten können. Dies könnte darin begründet sein, dass in der Laufstallhaltung die Übertragung von Infektionserregern begünstigt wird und Stress durch häufigere soziale Auseinandersetzung zwischen den Tieren einen Fruchtverlust verursachen können. Die Geburtsbox kann, wenn keine fachgerechte Reinigung und Desinfektion zwischen Ausstallung und Neubelegung erfolgt, ebenfalls die Ausbreitung von Infektionserregern begünstigen. Die Infektion mit dem BVD-Virus ist derzeit die Infektion, die in Herden mit Bestandsproblemen am häufigsten nachgewiesen wird, wobei im Einzelfall der kausale Zusammenhang zwischen der Virusinfektion und dem konkreten Bestandsproblem nicht immer klar ist. Als Aborterreger spielen in den erfassten Herden in erster Linie Coxiellen und das BVD-Virus eine Rolle.In Herden mit Abortproblematik, Festliegen und schlechter Brunstproblematik konnten einige Unterschiede in labordiagnostischen Stoffwechselparametern im Vergleich zu Herden ohne diese Problematik gefunden werden, die auf die komplexen Zusammenhänge zwischen Erkrankungen und Energie-, und Nährstoffversorgung hinweisen.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler 2009
