Das Lungenkarzinom stellt mit weltweit 1,6 Mio. Neuerkrankungen pro Jahr 13 % aller Krebsdiagnosen dar und ist die häufigste zum Tode führende Krebserkrankung [63].
Die kurative intendierte Therapie der Wahl in lokalisierten Stadien ist die anatomische Resektion mit systematischer Lymphadenektomie. Diese kann offen über eine Thorakotomie oder video-thorakoskopisch durchgeführt werden [17, 33].
Bekannte klinische Vorteile video-thorakoskopischer Lungenresektionen sind vor allem geringere postoperative Komplikationsraten, kürzere Krankenhausverweil- und Drainagedauer sowie eine raschere Rekonvaleszenz [5, 6, 68]. Die Radikalität der VATS-Lymphadenektomie sowie die Anwendung der VATS als onkologisch adäquate Therapie wird jedoch von Beginn an in Frage gestellt [69].
Diese retrospektive, komparative, monozentrische Kohorten-Studie vergleicht die systematische Lymphadenektomie anhand der Anzahl der dissezierten Lymphknotenstationen, das klinische Ergebnis anhand der postoperativen Drainage- und Verweildauer sowie das Langzeitüberleben video-thorakoskopisch mit offen operierten Lungenkarzinomen.
Eingeschlossen wurden Patienten mit Lungenkarzinomen im klinischen Stadium I gemäß der 7. Auflage UICC, die von 2001 bis 2015 am Universitätsklinikum Gießen durch anatomische Resektionen behandelt wurden [19].
343 Patienten erfüllten sämtliche Einschlusskriterien. Davon wurden 100 video-thorakoskopisch und 243 offen operiert.
In der VAT-Gruppe wurde eine signifikant höhere Anzahl an mediastinalen Lymphknotenstationen disseziert (4 vs. 3 p < 0,001).
Des Weiteren war der VAT-Zugang mit einem tendenziell besseren Langzeitüberleben (75,1 % vs. 56,3 %; p = 0.024), einer kürzeren postoperativen Drainagedauer (3 vs. 5 Tage) sowie Verweildauer (8 vs. 12 Tage) assoziiert.
Die Studie bestätigt die klinischen Vorteile des video-thorakoskopischen Zuganges und konnte eine onkologisch adäquate Lymphadenektomie sowie ein tendenziell besseres Langzeitüberleben des VAT-Zuganges aufzeigen.
Um die bessere 5-Jahres-Überlebensrate zu bestätigen, bedarf es einer größeren Menge kontrollierter Daten.
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