Weiterentwicklung der postendodontischen Versorgung mittels Stiftaufbauten durch digitale Technologien in der Zahnheilkunde

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Im Rahmen dieser kumulativen Habilitation wurde eine Weiterentwicklung der postendodontischen Versorgung mittels Stiftaufbauten unter Verwendung moderner, digitaler Technologien vorangetrieben. Durch die Einführung der Adhäsivtechnik in der Zahnmedizin ist zwar nicht mehr bei jedem endodontisch behandelten Zahn ein Stiftaufbau notwendig, jedoch kann auch heute in Fällen mit großen koronalen Zahnhartsubstanzdefekten noch nicht darauf verzichtet werden. Grundsätzlich unterscheidet man in der wissenschaftlichen Literatur zwischen individuellen und konfektionierten Stiftaufbauten, wobei die Individuellen sich durch ihre gute Passgenauigkeit im Wurzelkanal und ihre hohe mechanische Belastbarkeit auszeichnen, während die Konfektionierten in einer einzigen Sitzung eingesetzt werden können und Systeme verfügbar sind, deren Elastizitätsmodul mit dem des Dentins vergleichbar ist. Stiftaufbauten sind eine in der zahnärztlichen Praxis häufig verwendete postendodonti-sche Versorgungsoption, deren überlebenszeitbeeinflussende Parameter jedoch in der wissenschaftlichen Literatur, aufgrund der Vielfalt der Systeme sowie Materialien und damit einhergehenden Heterogenität der Studien, kontrovers diskutiert wird. Um die Versorgung mit Stiftaufbauten an unserer Klinik zu evaluieren, wurden im Rahmen dieser kumulativen Habilitation zunächst in retrospektiven Überlebenszeitanalysen die Risikofaktoren dieser Behandlung identifiziert. Hierdurch sollte im zweiten Schritt eine zielgerichtete und evidenzbasierte Weiterentwicklung unter Verwendung moderner, digitaler Technologien ermöglicht werden. Es zeigte sich, dass Stiftaufbauten und die damit versorgten Zähne vor allem in Verbindung mit nicht axial einwirkenden Kräften (wie bei Frontzähnen und Teleskopprothesen) und rigiden Materialien (gegossene, individuelle Stiftaufbauten) eine reduzierte Überlebenswahrscheinlichkeit haben. Die häufigste Misserfolgsursache der Restauration war ein Retentionsverlust, bei dem auch die Verwendung eines haftstärkeren, adhäsiven Einsetzkomposites keine Abhilfe schaffen konnte. Der häufigste Zahnextraktionsgrund war eine Wurzelfraktur. Hieraus konnte geschlussfolgert werden, dass eine Optimierung der postendodontischen Versorgung mittels Stiftaufbauten auf eine Verbesserung der Passgenauigkeit (Senkung des Retentionsverlustrisikos) und damit die Herstellung eines individuellen Stiftaufbaus mit dentinähnlichen, mechanischen Eigenschaften (Senkung des Wurzelfrakturrisikos) abzielen sollte. Im zweiten Schritt wurde ein rein digitaler Workflow entwickelt, bei dem die Stiftbettpräparation mittels Intraoralscanner digital abgeformt und ein individueller Stiftaufbau aus einem glasfaserverstärkten CAD/CAM-Komposit mit einem dentinähnlichen Elastizitätsmodul hergestellt und in einer einzigen Sitzung eingesetzt werden kann. Somit konnten die Vorteile der individuell gegossen, mit denen der konfektionierten Stiftaufbauten in einem Stiftsystem verbunden und gleichzeitig die Nachteile der beiden etablierten Varianten eliminiert werden. Im Rahmen dieser kumulativen Habilitation wurde eine Weiterentwicklung der postendodontischen Versorgung mittels Stiftaufbauten unter Verwendung moderner, digitaler Technologien vorangetrieben. Durch die Einführung der Adhäsivtechnik in der Zahnmedizin ist zwar nicht mehr bei jedem endodontisch behandelten Zahn ein Stiftaufbau notwendig, jedoch kann auch heute in Fällen mit großen koronalen Zahnhartsubstanzdefekten noch nicht darauf verzichtet werden. Grundsätzlich unterscheidet man in der wissenschaftlichen Literatur zwischen individuellen und konfektionierten Stiftaufbauten, wobei die Individuellen sich durch ihre gute Passgenauigkeit im Wurzelkanal und ihre hohe mechanische Belastbarkeit auszeichnen, während die Konfektionierten in einer einzigen Sitzung eingesetzt werden können und Systeme verfügbar sind, deren Elastizitätsmodul mit dem des Dentins vergleichbar ist.
Stiftaufbauten sind eine in der zahnärztlichen Praxis häufig verwendete postendodonti-sche Versorgungsoption, deren überlebenszeitbeeinflussende Parameter jedoch in der wissenschaftlichen Literatur, aufgrund der Vielfalt der Systeme sowie Materialien und damit einhergehenden Heterogenität der Studien, kontrovers diskutiert wird. Um die Versorgung mit Stiftaufbauten an unserer Klinik zu evaluieren, wurden im Rahmen dieser kumulativen Habilitation zunächst in retrospektiven Überlebenszeitanalysen die Risikofaktoren dieser Behandlung identifiziert. Hierdurch sollte im zweiten Schritt eine zielgerichtete und evidenzbasierte Weiterentwicklung unter Verwendung moderner, digitaler Technologien ermöglicht werden.
Es zeigte sich, dass Stiftaufbauten und die damit versorgten Zähne vor allem in Verbindung mit nicht axial einwirkenden Kräften (wie bei Frontzähnen und Teleskopprothesen) und rigiden Materialien (gegossene, individuelle Stiftaufbauten) eine reduzierte Überlebenswahrscheinlichkeit haben. Die häufigste Misserfolgsursache der Restauration war ein Retentionsverlust, bei dem auch die Verwendung eines haftstärkeren, adhäsiven Einsetzkomposites keine Abhilfe schaffen konnte. Der häufigste Zahnextraktionsgrund war eine Wurzelfraktur. Hieraus konnte geschlussfolgert werden, dass eine Optimierung der postendodontischen Versorgung mittels Stiftaufbauten auf eine Verbesserung der Passgenauigkeit (Senkung des Retentionsverlustrisikos) und damit die Herstellung eines individuellen Stiftaufbaus mit dentinähnlichen, mechanischen Eigenschaften (Senkung des Wurzelfrakturrisikos) abzielen sollte.
Im zweiten Schritt wurde ein rein digitaler Workflow entwickelt, bei dem die Stiftbettpräparation mittels Intraoralscanner digital abgeformt und ein individueller Stiftaufbau aus einem glasfaserverstärkten CAD/CAM-Komposit mit einem dentinähnlichen Elastizitätsmodul hergestellt und in einer einzigen Sitzung eingesetzt werden kann. Somit konnten die Vorteile der individuell gegossen, mit denen der konfektionierten Stiftaufbauten in einem Stiftsystem verbunden und gleichzeitig die Nachteile der beiden etablierten Varianten eliminiert werden.
In einer Laborstudie wurde anschließend das mechanische Verhalten dieser Stiftaufbauten im Vergleich zu konventionellen, gegossenen Stiftaufbauten in einer Kausimulation überprüft. Es zeigten sich signifikant weniger Wurzelfrakturen und Dezementierungen mit den neuartigen Stiftaufbauten. Darüber hinaus wurde die Passgenauigkeit der nach dem entwickelten rein digitalen Workflow hergestellten Stiftaufbauten mit der von konventionellen, gegossenen Stiftaufbauten in einer in vivo Studie vergleichend gegenübergestellt. Die digitale Stiftabformung führte hierbei zu signifikant besser passenden Stiftaufbauten, als die Konventionelle.
Zusammenfassend stellt die Optimierung der postendodontischen Versorgung durch die Verwendung moderner, digitaler Technologien im Rahmen dieser kumulativen Habilitation eine Verbesserung sowohl für den Patienten, als auch für den Zahnarzt dar. Durch die Reduktion der Behandlungszeit für die Herstellung individueller Stiftaufbauten steigt der Patientenkomfort, einhergehend mit einer Verbesserung der Biomechanik durch die Insertion eines Stiftaufbaus mit dentinähnlichen, mechanischen Eigenschaften. Gleichzeitig steigt die Rentabilität der Behandlung für den Zahnarzt, da die Behandlungszeit reduziert wird.

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