Entwicklung eines selbstfahrenden Transport- und Antriebsfahrzeuges zur Unterstützung von Arbeiten in Weinbausteillagen

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Der traditionelle Steillagenweinbau in Deutschland unterliegt seit längerem einer schweren Krise, da die Produktionskosten aufgrund des hohen Arbeitsaufwands in Form von Handarbeit gegenüber den Produktionskosten in Direktzuglagen ein Vielfaches übersteigen. Darüber hinaus ist es schwierig, noch motivierte und geeignete Arbeitskräfte für diese schwere und gefährliche Arbeit zu finden.Ansätze zur Mechanisierung der Steilhangbewirtschaftung gibt es bereits durch seilzuggeführte Steillagenmechanisierungssysteme (SMS) und Raupenmechanisierungs¬systeme (RMS), doch auch mit diesen Systemen ist die Bewirtschaftung nach wie vor kosten- und arbeitsintensiv, da die genannten Systeme nicht nur permanent zwei Fachkräfte benötigen, sondern Rebschnitt und Ernte auch weiterhin von Hand durchgeführt werden müssen. Zur vollständigen Mechanisierung durch die Einführung einer Minimalschnitt-Reberziehung fehlen jedoch die passenden Steilhangträgersysteme. Deshalb war es das Ziel dieser Arbeit, ein selbstfahrendes Fahrzeug zu konstruieren, das im seillosen Betrieb alle anfallenden Arbeiten in einem mechanisierten Steillagenweinbau bewältigen kann.Ausgehend vom bestehenden Walzensystem mit innenliegendem Motorantrieb des BRIELMAIER Motormähers wurden ein zwei- und ein dreiachsiger Prototyp entwickelt. Dazu wurde ein Fahrzeugrahmen aus Stahlträgern konstruiert und das Fahrzeug mit einer Lenkung versehen. In der Entwurfsphase im CAD wurden die Konstruktionen mittels der Finite-Elemente-Methode auf ihre Belastbarkeitsgrenzen untersucht. Im Laufe des Projekts wurde von einer Bremslenkung zur Knicklenkung gewechselt, da der hohe Schlupf der Bremslenkung die Stabilität des Fahrzeugs am Berg zu sehr beeinträchtigt.Die neuentwickelte Maschine erfüllt die Projektziele zu weiten Teilen: Das Fahrzeug besitzt einen sehr tiefen Schwerpunkt und kann eine Steigung von 60% problemlos bewältigen. Es ist derzeit geeignet für den Materialtransport, das Mulchen und den Pflanzenschutz. Das Fahrzeug ist ohne aufsitzenden Fahrer einsetzbar, sowohl durch GPS-Steuerung oder durch überlagerte Funkfernsteuerung. Durch beide Neuerungen wird der Arbeiter - im Gegensatz zu bisher verwendeten Systemen - vor Verletzungen geschützt und steigert somit die Arbeitssicherheit in Steillagenweinbergen erheblich. Das System vereinfacht die Bearbeitung von Steillagenweinbergen um ein Vielfaches, zudem gestaltet es diese durch die Schnelligkeit, die geringe Anstrengung für den Menschen und die Energieeinsparung wesentlich effizienter.Der Investitionspreis für dieses Mechanisierungssystem ist höher als der Austausch einer unbrauchbar gewordenen Zugmaschine oder eines Arbeitsgerätes. Nach Schätzung BRIELMAIER liegt der derzeitige Preis für ein Exemplar bei ca. 50.000 Euro. Zielsetzung des Folgeprojektes soll es sein, Produktionskosten zu erreichen, die vergleichbar sind mit dem von etablierten Seilzugmechanisierungssystemen, um damit die volle Wettbewerbsfähigkeit des entwickelten Systems zu erlangen. Weitere Optimierungsmöglichkeiten sind eine weitere Verringerung der Fahrzeugbreite sowie eine Umstellung auf einen hydraulischen Antrieb, um durch den Wegfall der Akkumulatoren für den derzeitigen Elektroantrieb das Gesamtgewicht weiter zu reduzieren. Für den Einsatz auf stark geröllhaltigem Untergrund aus Schiefer sind spezifische Walzenstacheln zu entwickeln. Auch sind Anwendungsmöglichkeiten für Anbaugeräte zum Laubschnitt und zur Ernte zu entwickeln, um die volle Mechanisierung der Steilhangbewirtschaftung zu realisieren.

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