Theory of Attachment : Allgemeine Entwicklung und individuelle Unterschiede

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Bowlby (1969) beschreibt vier Phasen der allgemeinen Bindungsentwicklung von der Geburt bis ins Vorschulalter, während denen jedes Kind durch Interaktionserfahrungen mit der Bindungsperson ein Inneres Arbeitsmodell von Bindung (IWM) entwickelt. Schwerpunkt der klassischen Bindungsforschung ist die Erfassung und Beschreibung individueller Unterschiede in der Bindungsqualität sowie deren Auswirkungen auf die Persönlichkeitsentwicklung. Dagegen liegt eine genaue Beschreibung des IWM und seiner Komponenten nicht vor. In der vorliegenden Studie wurden kognitive Theorien herangezogen, um die Entwicklung des IWM im Vorschulalter zu beschreiben (Bereichsspezifische Ansätze, Wellman et al., 2003) und um Komponenten des IWM zum Zeitpunkt der zielkorrigierten Partnerschaft zu konzeptionalisieren und deren Zusammenwirken zu erklären (Informationsverarbeitungstheorie, Crick & Dodge, 1994). Darüber hinaus wurde geprüft, ob die Entwicklung des IWM einem allgemeinen Pfad folgt, oder ob sich individuelle Veränderungsmuster in Abhängigkeit der Bindungsrepräsentation der Kinder zeigen. In einem kombinierten Quer-Längsschnittdesign wurde bei knapp 100 3- bis 7jährigen Kindern das Wissen über Bindung im allgemeinen als Maß zur Beschreibung des IWM mittels eines dazu entwickelten Bilderbuchs erhoben. Zudem wurde ihre aktuelle Bindungsrepräsentation mit dem Geschichtenergänzungsverfahren (Bretherton et al. 1990) erfasst. Die Ergebnisse der Quer- und Längsschnittanalysen zeigten, dass Kinder mit zunehmendem Alter differenziertere Repräsentationen über die eigene Mutter-Kind-Dyade entwickeln. Das Wissen über fremde Dyaden blieb während der gesamten Zeit weniger differenziert als das Wissen über die eigene Dyade, stieg mit dem Alter jedoch ebenfalls an. Mit zunehmendem Alter wurde das Wissen der Kinder adäquater, um das Verhalten von Kindern und Bindungspersonen zu beschrieben. Darüber hinaus konnte eine angemessenere Emotionseinschätzung im Entwicklungsverlauf festgestellt werden. Entwicklungsfortschritte traten zwischen 3½ und 5 Jahren auf. Es ließen sich auch Unterschiede im Wissen der Kinder über Bindung in Abhängigkeit ihrer Bindungsrepräsentation feststellen. Kinder mit einer sicheren Bindungsrepräsentation entwickelten kontinuierlich ein differenziertes Wissen, Kinder mit einem unsicher-ambivalenten Modell erreichten erst ein Jahr später ein ähnliches Niveau und sowohl Entwicklungsniveau als auch geschwindigkeit unsicher-vermeidender Kinder waren deutlich niedriger, erst mit 6 Jahren war ihr Wissen mit dem der anderen Kinder vergleichbar. Bezüglich der desorganisiert klassifizierten Kinder ließen sich keine Unterschiede feststellen. Insgesamt lassen es die Befunde der vorliegenden Studie sowie theoretische Grundannahmen aus der Bindungsforschung zu, die Entwicklung des IWM im Sinne bereichsspezifischer Ansätze als Entwicklung einer theory of attachment zu beschreiben.

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