Mutationsanalyse des PCDH19-Gens bei frühkindlichen epileptischen Enzephalopathien

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Diese Doktorarbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung des PCDH19-Gens und dem dazugehörigen klinischen Bild bei weiblichen Patienten mit frühkindlicher myoklonischer Epilepsie. Für die Untersuchung des PCDH19-Gens auf Mutationen wurden die Blutproben eines Kollektivs von 108 Patienten mit Dravet-Syndrom-ähnlicher Symptomatik, die zuvor negativ auf Mutationen innerhalb des SCN1A-Gens getestet wurden, analysiert. Zu diesem Zweck wurden alle sechs Exons inklusive der angrenzenden intronischen Sequenzen des auf dem X-Chromosom lokalisierten PCDH19-Gens amplifiziert und sequenziert. Zusätzlich erfolgte eine Untersuchung mittels des SSCP-Verfahrens (single strand conformation polymorphism). Insgesamt konnten elf Mutationen (11/108=10,2%) nachgewiesen werden, die sich aus vier Missense Mutationen, vier Deletionen, einer Duplikation und zwei kombinierten Deletionen mit Insertionen zusammensetzen. Zusätzlich wurden drei stille Mutationen entdeckt, die nicht als Polymorphismen bekannt sind. Bei etwa 57% der DNA-Proben konnten insgesamt fünf verschiedene Polymorphismen reproduziert werden, die bereits im Reference SNP Cluster Report verzeichnet sind.Zehn der elf Mutationen bewirken eine Veränderung der Aminosäurensequenz der extrazellulären Domäne des vom PCDH19-Gen codierten Protocadherins, während die elfte Mutation zu einer Variation der innerhalb der Zelle gelegenen Domäne des Protocadherins führt. Mit Hilfe des SSCP-Verfahrens konnten die Deletionen, Insertionen und Duplikationen in etwa 92% (55 von 60) aller Fälle nachgewiesen werden, wenn man das Verfahren mit und ohne Glycerin-Färbung zusammen betrachtet sogar in 100% (30 von 30). Bei den zwei Missense Mutationen konnte in 56,5% (13 von 23) der Ansätze die Mutation identifiziert werden, zählt man die Technik mit und ohne Glycerin-Färbung zusammen, kommt man auf ein Ergebnis von 75% (9 von 12). Die Polymorphismen konnten insgesamt in 30% (39 von 130) dargestellt werden, wobei allerdings einige (13/130=10%) davon nur unzureichend identifizierbar waren. Insgesamt stellt die SSCP-Methode somit ein Verfahren dar, welches sich hervorragend als Screeningmethode für Mutationen mit Leserasterverschiebung eignet, jedoch bei Punktmutationen nur eingeschränkt anwendbar ist.Die klinischen Merkmale der Probanden mit einer PCDH19-Mutation zeigten sich in einem Durchschnittsalter bei Erstanfall von 12 Monaten (Median: 9 Monate), dabei handelte es sich bei 5 von 10 (50%) Patienten um febrile Anfälle. Die Anfallstypen äußerten sich dabei hauptsächlich tonisch-klonisch generalisiert (8/11), einfach fokal (2/11), fokal mit sekundärer Generalisierung (3/11), atonisch generalisiert (1/11) und klinisch als Absence mit Tonuserhöhung (1/11). Acht von neun Probanden sind in ihrer Entwicklung leicht bis moderat verzögert, nur bei einer von neun Probandinnen wurde von einer durchschnittlichen Intelligenz berichtet. Zusammenfassend konnte mit dieser Studie gezeigt werden, dass dem PCDH19-Gen im Zusammenhang mit frühkindlicher myoklonischer Epilepsie bei Mädchen eine große Bedeutung zukommt.

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