In der vorliegenden Arbeit wird ein Teilaspekt der Audiologie betrachtet, welcher im allgemeinen nur sehr wenig Beachtung findet: dieTelefonkommunikation unter zu Hilfenahme von Hörgeräten.
Zu Beginn der Arbeit wird anhand mehrerer Studien, die die Zufriedenheit von Hörgeräteträgern mit ihren Hörsystemen, insbesondere inKommunikationssituationen in Fragebögen untersuchen, gezeigt, inwieweit sich die Funktionalität der Hörgeräte bei der Kommunikationam Telefon auf die Gesamtzufriedenheit auswirkt. Es muss festgestellt werden, dass trotz Verwendung modernster Technologien inHörgeräten, diese in dieser speziellen Situation im Mittel keinen besonderen Nutzen bringen, insbesondere wegen des Auftretens vonakustischem Feedback. In einem kommerziellen digitalen Hörgerät wurde ein digitales Rückkopplungsunterdrückungssystem (DFS: DigitalFeedback Suppression) implementiert, das die Rückkopplungsneigung von Hörgeräte-Systemen verringert, wobei die für eineVerbesserung der Sprachverständlichkeit eingestellte Verstärkung des Hörgerätes weitgehend erhalten bleibt. Daraus ergibt sich dieFragestellung, ob diese Verstärkungsreserve zur Verbesserung der Kommunikation am Telefon mit einem Hörgerät tatsächlich ausgenutztwerden kann.
Zur Objektivierung des möglichen Nutzen eines Hörgeräts für die Telefonkommunikation wird in der vorliegenden Arbeit ein speziellerTelefon-Sprachtest entwickelt, der über einen Telefonhörer das Sprachsignal darbietet und die richtige Position des Telefonhörersüberwacht. Dieser Test wird in psychoakustischen Messungen mit normalhörenden Probanden validiert.
Im Hauptteil werden mit Hilfe des Telefon-Sprachtests unterschiedliche Hörsysteme bezüglich des Nutzens für die Telefonkommunikationevaluiert. In einer Untersuchung, mit 12 schwerhörigen Teilnehmern mit leichten bis mittelgradigen Hörverlusten, ergibt sich im Mittel eineVerbesserung der Sprachverständlichkeit am Telefon, wenn die vom DFS System zur Verfügung gestellte Verstärkungsreserve zurBetonung des Frequenzbereiches des Telefonbandes ausgenutzt wird. In einer weiteren Studie werden im Gegensatz zu Arbeiten in derVergangenheit, in der immer nur einzelne Einflussfaktoren (Kopplungsart oder Hörgerätebauart oder Hörgerätegeneration/-technologie)betrachtet werden, alle diese Parameter gemeinsam in die Analyse mit einbezogen. An dieser Studie nehmen Schwerhörige mit mittel- bishochgradigen Hörverlusten teil. Es zeigt sich, dass keine der verschiedenen Einstellungen oder Hörgerätebauarten grundsätzlich besser fürdie Telefonkommunikation ist. Es stellen sich jedoch die Verstärkungswerte bei 3 kHz und 4 kHz als zuverlässige Indikatoren für eineerfolgreiche Versorgung heraus.
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