Untersuchungen zur sozialen Wiedererkennung und Interaktion bei Absetzferkeln

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Ziel der vorliegenden Arbeit war die Untersuchung der sozialen Interaktion juveniler Schweine. Der Fokus lag auf der Frage, ob sich Wurfgeschwister nach einer Zeit der Trennung in einer Konfrontationssituation wiedererkennen und sich dies im Verhalten der Tiere widerspiegelt. Mit diesem Ziel wurden Ferkel eines Wurfes zum Zeitpunkt des Absetzens oder nach 3 weiteren Wochen, in denen sie im Wurfverband gehalten wurden, mit Ferkeln aus anderen gleichaltrigen Würfen durchmischt und auf verschiedene Aufzuchtbuchten verteilt. Nach 2 Wochen bzw. 1 Woche der Trennung trafen die Wurfgeschwister in Paaren oder 4er Gruppen in einer Untersuchungsarena wieder aufeinander.Die Konfrontationen wurden per Videotechnik aufgezeichnet. Mit Hilfe des Programms The Observer® der Firma Noldus wurden das agonistische Verhalten, das Liegeverhalten, das gegenseitige Beriechen, das Aufreiten und das Spielverhalten der Tiere während 45 min analysiert. Außerdem wurde das Ausmaß der nach jeder Konfrontation erfassten und auf Kämpfe und Angriffe zurückzuführenden frischen Hautverletzungen mit Hilfe eines kumulativen Boniturindex (kBI) nach ihrem Schweregrad beurteilt.Als Kontrollgruppe für die ehemaligen Wurfgeschwister dienten völlig fremde Tiere, die den gleichen Buchten im Aufzuchtstall entstammten.Anhand der vorliegenden Ergebnisse lässt sich nur teilweise bestätigen, dass sich Wurfgeschwister nach einer Trennungsperiode von 2 (bzw. 1) Wochen wiedererkennen. Im Fall von Wurfgeschwistern, die zum Zeitpunkt des Absetzens getrennt und nach 2 Wochen konfrontiert wurden, konnten kaum deutliche Unterschiede zu einander völlig fremden Tieren im Verhalten während der Konfrontation gezeigt werden. Anders stellt es sich bei Tieren dar, die erst 3 Wochen nach dem Absetzen von ihren Wurfgeschwistern getrennt wurden. Bei diesen konnten Unterschiede im agonistischen Verhalten nachgewiesen werden: völlig fremde Tiere kämpften mit einer höheren Wahrscheinlichkeit und intensiver als ehemalige Wurfgeschwister, wodurch signifikant stärkere Hautverletzungen auftraten.Dass sich das Verhalten innerhalb der Wurfgeschwisterkonfrontationen nicht in allen Fällen von dem fremder Tiere unterscheidet, schließt allerdings ein Wiedererkennen zwischen den Schweinen nicht aus, lediglich ist der Nachweis dann nicht mit dem in der vorliegenden Untersuchung angewandten Verfahren zu erbringen.

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