Wirkung der Pityriarubine - neue Tryptophan-Metabolite von Malassezia furfur auf humane Granulozyten

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Die Gewinnung der in dieser Arbeit untersuchten Pityriarubine erfolgte im Wesentlichen nach der Methode von W. Steglich, H.-J. Krämer und P. Mayser [91,110]. Dabei wird zunächst die Bildung von Pigment über spezielle Kulturbedingungen mit Tryptophan als einziger Stickstoffquelle induziert. Die nachfolgende Isolierung der Pityriarubine A, B und C aus diesem aus Hunderten von Einzelsubstanzen bestehenden Pigmentes geschieht mittels einer Abfolge verschiedener Extraktions- und Chromatographieschritte. In den durchgeführten Versuchen wurde unter anderem die Wirkung der Pityriarubine auf die granulozytäre Freisetzung reaktiver Sauerstoffspezies ( burst ) untersucht. Hierfür wurden auf verschiedenen Ebenen des Signaltransduktionsprozesses wirkende Aktivatoren verwendet, so dass sich Wirkungsstärke und Wirkungsspezifität der untersuchten Substanzen diskutieren lassen. Darüber hinaus wurde zur besseren Vergleichbarkeit auch der bekannte PKC-Inhibitor Arcyriarubin A getestet, ein Bisindolylmaleimid, dessen chemische Struktur deren der Pityriarubine ähnelt. In den Versuchen erwiesen sich die Pityriarubine A, B und C als hochpotente Inhibitoren der granulozytären Aktivierung. Sie zeigten trotz ihrer recht unterschiedlichen Struktur eine einheitliche Wirkungsspezifität, die sich gegenüber der Vergleichssubstanz Arcyriarubin A deutlich abgegrenzte. Diese Spezifität äusserte sich darin, dass der durch die natürlichen Aktivatoren Fmlp und IL-3, sowie durch das Calciumionophor A23187 induzierte burst gehemmt wurde, nicht aber der durch Zymosan oder durch PKC- und G-Protein-Aktivatoren, wie DAG, Phorbolester oder Natrium-Fluorid. Im Gegensatz dazu differenzierte das Arcyriarubin A nicht zwischen all diesen Aktivatoren und zeigte außer bei Zymosan immer eine Wirkung. Neben der Wirkung auf den granulozytären burst wurde auch die Wirkung auf die durch A23187 ausgelöste Leukotrienausschüttung und auf die LPS-ausgelöste Interleukin-8-Ausschüttung getestet. Hier zeigten die Pityriarubine wie auch das Arcyriarubin A eine Inhibiton der durch A23187 induzierten Ausschüttung der Leukotriene LTB4, sowie 6-trans-LTB4 und 6-trans-12-epi-LTB4, konnten aber ebenso wenig wie das Arcyriarubin A die LPS-induzierte IL-8-Ausschüttung hemmen. Von besonderem Interesse ist die Produktion der Pityriarubine durch M. furfur als möglicherweise entzündungshemmende Substanzen vor dem Hintergrund, dass eine Reihe der bisher aus dem Pigment isolierten und biologisch charakterisierten Sekundärmetabolite eine Verbindung mit der Pathogenese der Pityriasis versicolor vermuten lassen, einer durch Malassezia verursachten und weltweit verbreiteten Hautmykose. So könnten die immunmodulatorischen Eigenschaften der Pityriarubine mit einem weiteren bisher nicht geklärten klinischen Charakteristikum der Pityriasis versicolor assoziiert werden: der im Vergleich zu anderen Hautmykosen ausgesprochen gering ausgeprägten entzündlichen Infiltration betroffener Areale.

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Giessen : VVB Laufersweiler 2007

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