Konzentrations- und Leistungsstörungen bei umweltmedizinischen Patienten und Patienten mit depressiver Beschwerdesymptomatik

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Umweltmedizinische Patienten geben häufig an, unter Konzentrations- und Gedächtnisstörungen zu leiden, ohne dass eine organische Ursache hierfür gefunden werden kann. Diese Beschwerden sind auch charakteristisch für Patienten mit einer Depression. Somit könnte eine unerkannt depressive Störung eine Erklärung für die Beschwerden der umweltmedizinischen Patienten sein. Ziel der Arbeit war es, die von umweltmedizinischen Patienten angegebenen Hirnleistungsstörungen zu objektivieren und Ähnlichkeiten zu Patienten mit nachgewiesener Depression zu erfassen. Es wurden 42 Umweltmedizinische Patienten und 24 Patienten mit einer depressiven Beschwerdesymptomatik (F43.0-F43.9) mit dem Becks- Depressions- Inventar (BDI), verschiedenen Konzentrationstests sowie Tests zu Messung der kognitiven Fähigkeiten (Benton Test, IST 70, CFT3, HAWIE Zahlennachsprechen, D2) untersucht. Die Ergebnisse der beiden Kollektive wurden im T-Test für unabhängige Stichproben (Signifikanzniveau p = 0,05) verglichen. In der Depressions-Skala errechnete sich für die Patienten mit einer depressiven Symptomatik ein höherer Wert (25,1 Punkte) als für die umweltmedizinischen Patienten (10,6 Punkte; T=6,86; p<0,001). Die Betrachtung der einzelnen Patienten zeigte für fünf umweltmedizinische Patienten im BDI Punktwerte, die einer Depression entsprachen. Im Vergleich zu Normstichproben schnitten die umweltmedizinischen und die Patienten mit einer depressiven Beschwerdesymptomatik im CFT3 und IST 70 deutlich oberhalb der Norm ab (IQ-Mittelwerte >110 Punkte). Im D2 sowie im Benton Test waren sie mit der Norm vergleichbar. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass nur fünf umweltmedizinische Patienten die Kriterien einer Depression erfüllten. In beiden Kollektiven konnten keine Konzentrationsstörungen oder ein Mangel an kognitiven Fähigkeiten nachgewiesen werden. Es zeigte sich jedoch ein tendenziell besseres Abschneiden der umweltmedizinischen Patienten.

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Umweltmedizin in Forschung und Praxis, 13, Nr.3 (2008), S. 135-141

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