In-vitro-Untersuchungen zur Sensibilität Philadelphia-positiver Knochenmarkzellen bei chronischer myeloischer Leukämie gegenüber verschiedenen Zytostatika in Kombination mit dem Tyrphostin AG 879
Die chronische myeloische Leukämie ist die erste maligne Erkrankung, bei der eine genetische Aberration als Ursache identifiziert werden konnte. Es handelt sich um eine Translokati-on vom Chromosom 9 auf das Chromosom 22, durch die das bcr-abl-Hybridgen entsteht. Das Genprodukt p210bcr-abl ist eine Tyrosinkinase, die durch Tyrosinkinaseinhibitoren gehemmt werden kann. Hiermit wurden bereits erste klinische Erfolge erzielt. Problem der Tyrosinkina-seinhibitoren sind Resistenzen, die zunehmend beobachtet werden. Daher ist die Kombination mit anderen Zytostatika sinnvoll. Der Tyrosinkinaseinhibitor AG 879 reduziert das Wachstum klonogener Zellen von Patienten mit bcr-abl-positiver chronischer myeloischer Leukämie auf 32,8 % gegenüber der Mediumkontrolle. Das konventionelle Zytostatikum 5-Fluorouracil führt zu einer Reduktion auf 29,2 %. Die Kombination beider Substanzen bewirkt eine Reduktion auf 16,7 %. Im Vergleich dazu ist die Wachstumsreduktion durch gleichartige Behandlung bei den klonogenen Knochenmarkzellen eines Kontrollkollektivs schwächer ausge-prägt. Bei der Untersuchung der einzelnen Kolonien aus der Gruppe der CML-Patienten mit Hilfe der Polymerasekettenreaktion zeigen sich jedoch keine signifikanten Unterschiede in der Anzahl bcr-abl-positiver und -negativer Kolonien nach Behandlung mit 5-Fluorouracil, AG 879 und der Kombination beider Substanzen.
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