Quantitative Bestimmung der in vitro Phagozytose opsonierter Thrombozyten
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Zusammenfassung
Die fetale- und neonatale Alloimmunthrombozytopenie ist eine folgenschwere Erkrankung, deren Pathomechanismus noch nicht vollends geklärt ist. Betroffene Neugeborene zeigen ein sehr breites klinisches Spektrum – von asymptomatisch bis hin zu schweren intrazerebralen Blutungen. Als Ursache hierfür sind in den meisten Fälle Antikörper der Mutter gegen humane Plättchenantigene des Kindes gefunden worden (anti-HPA Antikkörper). In der kaukasischen Bevölkerung immunisiert sich die Mutter am häufigsten durch das Merkmal HPA-1a, dies auch bereits in einer ersten Schwangerschaft. Verschiedene Berichte über einen Zusammenhang zwischen Antikörpertiter oder Antikörpersubtypen und der klinischen Manifestation der Erkrankung werden in der Literatur kontrovers diskutiert.
In dieser Arbeit wurde ein Phagozytoseassay (FMPA) etabliert, der zur Untersuchung monozytärer Phagozytose als mögliche Ursache von FNAIT genutzt werden soll. Es konnte gezeigt werden, dass der entwickelte Assay antigenspezifisch und dosisabhängig die Phagozytose von mit pHrodo markierten und mit Antikörpern opsonierten Thrombozyten nachweisen kann. Monoklonale Antikörper gegen HPA-1a (Subtyp I und II) haben antigenspezifisch und dosisabhängig signifikant HPA-1a homozygote Thrombozyten opsoniert und zur Phagozytose geführt. Im Vergleich zu Antikörpern gegen αVβ3 (als Surrogat für Subtyp III) – diese habe keine Phagozytose induziert. Innerhalb der Antikörpersubtypen I und II kam es zu unterschiedlich starker Phagozytose.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der etablierte Assay monozytäre Phagozytose antigenspezifisch und dosisabhängig darstellen kann. Nur bestimmte Anti-HPA-1a Antikörpersubtypen induzieren Phagozytose. Eine Assoziation der in vitro-Phagozytoserate mit dem Schweregrad der fetale/neonatalen Thrombozytopenie erscheint möglich. Diese Hypothese sollte in einer prospektiven klinischen Studie überprüft werden.