Untersuchungen zur Sanierbarkeit HCH-kontaminierter Ackerböden

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Die Untersuchungen dienten dem Zweck ein praktikables Verfahren zu entwickeln, um mit HCH-belastete, landwirtschaftliche Nutzflächen zu dekontaminieren.Dazu wurden Laborexperimente durchgeführt, um grundsätzlich die Abbaumöglichkeiten zu untersuchen und durch Einsatz von radioaktiv markiertem beta-HCH den Verbleib von Abbauprodukten zu erfassen. In Gefäßversuchen mit verschiedenen Pflanzenarten sollten Erkenntnisse über Aufnahme, Translokation und letztlich den Entzug durch Pflanzen gewonnen werden. Die Feldversuche dienten einerseits dazu, die im Gefäß ermittelten Entzüge im Freiland zu überprüfen und andererseits wurde versucht, die im Labor gewonnenen Erkenntnisse bezüglich des effektiven HCH-Abbaus unter anaeroben Reaktionsbedingungen auf das Freiland zu übertragen. Schließlich werden Rammkernsondierungen durchgeführt, um eine mögliche Verlagerung von HCH in tiefere Bodenschichten zu prüfen. Hierbei wurden folgende Ergebnisse erzielt: In den Laborversuchen wurde durch Inkubation von belastetem Boden bei unterschiedlicher Temperatur in geschlossenen Gefäßen und durch Zusatz von Reduktionsmitteln (Zinkpulver, Eisenpulver, Natriumsulfat, Natriumdithionit) in kurzer Zeit ein sehr effektiver Abbau von HCH erreicht. Allerdings erwiesen sich diese Verfahren als nicht praktikabel für das Freiland wegen des hohen Aufwands an Reduktionsmittel (z.B. 20 t Zinkpulver/ha). Die Schaffung von anaeroben Reaktionsbedingungen und Zusätze von Melasse und Vinasse lieferten im Labormaßstab ebenfalls recht gute Ergebnisse. Die Methode erschien noch am ehesten für das Freiland geeignet, jedoch erbrachten die Freilandversuche keine vergleichbaren Ergebnisse. Eine Überprüfung der Wirksamkeit der zugesetzten Substrate Melasse und Vinasse ergab, dass diese offenbar ohne Einfluss blieben. Auch ein Zusatz von Kalk blieb ohne Wirkung auf den HCH-Abbau. Die Erzeugung anaerober Reaktionsbedingungen und einen dadurch induzierten schnellen HCH-Abbau ließen sich im Freiland nicht realisieren.Die Untersuchung der Abbauwege des HCH unter Verwendung von radioaktiv markiertem beta-HCH ergab, dass eine teilweise Mineralisierung bis zum CO2 erfolgt. Weiterhin wurde Radioaktivität (14C) in Methan und in verschiedenen Huminstofffraktionen nachgewiesen. In den Gefäßversuchen mit 4 Kulturpflanzen wurden unterschiedliche Aufnahmeraten aber vor allem auch interessante Differenzierungen bezüglich der Translokation von der Wurzel in den Spross bei den 4 Pflanzenarten nachgewiesen.Die errechneten Entzüge, die auch in den Feldversuchen in der Größenordnung bestätigt wurden, waren zu gering, um in einem überschaubaren Zeitraum eine wirkungsvolle Dekontamination zu erzielen. Mittels Rammkernsondierungen bis in eine Tiefe von 2 m konnte nachgewiesen werden, dass das über Staub auf die Bodenoberfläche gelangte HCH auch nach ca. 20 Jahren noch zu 86% in der Ackerkrumme (0 - 25 cm) und zu 7,2% im Unterboden (25 - 50 cm) vorhanden war und nur eine sehr geringe vertikale Migration stattfand.

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