Klimarelevanz von Prozessketten zur Bereitstellung von Trinkmilch : von der Landwirtschaft bis zum Handel
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Zusammenfassung
Auf internationaler Ebene gibt es Bestrebungen, Produkte mit einem Carbon Label zu kennzeichnen. Dahinter steht der Gedanke, den anthropogenen Klimawandel einzudämmen. Die durchgeführte Studie hat das Ziel, Einflussfaktoren auf die Höhe der Treibhausgas-Emissionen (THG) der Milchbereitstellung zu untersuchen. In diesem Zusammenhang wird geprüft, ob die These zur Ecology of Scale für die Prozesskette der Milch gilt. Die These von Schlich et al. 2005 nimmt an, dass die Betriebsgröße einen Einfluss auf die Umweltwirkung des hergestellten Produkts hat. Die Entfernung zwischen Primärproduktion und Point of Sale sei dagegen weniger relevant (Schlich 2005; Schlich 2008a, Schlich 2008b; Schröder 2007).Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit den Primärenergieumsätzen und THGEmissionen bei der Bereitstellung von Milch. Die Ergebnisse der Erhebung zeigen eine große Schwankungsbreite auf allen Stufen der Prozesskette. Wichtigster Endenergieträger in der Landwirtschaft ist Diesel. Daneben kommt an zweiter Stelle Elektroenergie. Für die Höhe der THG-Emissionen aus Elektroenergie besteht ein Zusammenhang zur Betriebsgröße gemäß der These der Ecology of Scale . Für den gesamten Primärenergieumsatz der untersuchten landwirtschaftlichen Betriebe bestätigt sich die These nicht. Auf Stufe der Molkereien sind Elektroenergie und Gas von vergleichbarer Bedeutung. Für die Höhe der Umsätze spielt die produzierte Sorte Trinkmilch (Frischmilch, ultrahocherhitzte Milch) eine Rolle. Die Studie zeigt, dass die Datenerhebung über die gesamte Bereitstellungskette sehr aufwendig ist, insbesondere bei Betrieben mit verschiedenen Wirtschaftszweigen. Je nach Umfang zugekaufter Produkte sind Daten aus der Literatur (sekundäre Datenquellen) nötig. Damit wird nicht mehr der tatsächliche Ist-Zustand ausgedrückt und die Genauigkeit der Ergebnisse sinkt.Erste Untersuchungen bezüglich des Einkaufsverhaltens des Endverbrauchers zeigen, dass dieser Teil der Bereitstellungskette einen erheblichen Anteil am gesamten THG-Ausstoß von Trinkmilch ausmacht. Demzufolge scheint es sinnvoll, das Einkaufsverhalten im Zusammenhang mit der Infrastruktur des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) und alternativen Vermarktungsformen zu untersuchen. Schwachpunkt der vorliegenden Arbeit ist die Erfassung der Treibhausgas-Emissionen aus weiteren Quellen neben der Energienutzung. Zur Methan- und Lachgasemission in der Landwirtschaft stehen in der Literatur nur teilweise auswertbare Daten in unterschiedlicher Qualität zur Verfügung. Daraus kann eine Spannweite an produktspezifischen Emissionen abgeleitet werden. Aus den erhobenen Daten der untersuchten landwirtschaftlichen Betriebe ist das Ableiten von individuellen Methan- und Lachgas-Emissionen nicht möglich.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
