Im Rahmen der vorliegenden Dissertation wurde eine für die Messung von Wirkungsquerschnitten zur Elektronenstoßionisation von Ionen konzipierte Hochleistungselektronenkanone in Betrieb genommen. Diese Elektronenkanone erhöht insbesondere die obere Grenze des an der Anlage für Elektron-Ion-Stöße am I. Physikalischen Institut der Justus-Liebig-Universität Gießen vormals zur Verfügung stehenden Elektronenenergiebereiches von 10 eV - 1000 eV auf 3500 eV. Es wurde gezeigt, dass der verwendete Typ von Elektronenkanone mit einem bandförmigen, sehr intensiven Elektronenstrahl von bis zu 1 A für die Untersuchung der genannten Prozesse auch bis zu Energien von 3500 eV geeignet ist. Hierzu erfolgte die umfassende Untersuchung der charakterisierenden Eigenschaften besagter Elektronenkanone wie der Emission und Transmission des Elektronenstrahls sowie des Einflusses der vorhandenen Potentiale auf die Trajektorie des zugehörigen Ionenstrahls. Weiterhin wurden die Auswirkungen der durch die Raumladung des Elektronenstrahls erzeugten Potentialmulde im Wechselwirkungsraum auf die gemessenen Wirkungsquerschnitte analysiert. Aus all diesen Studien wurden Betriebsparameter, welche die verlässliche Messung von Wirkungsquerschnitten der Elektronenstoßionisation von Ionen ermöglichen, ermittelt.Mit der neuen Hochleistungselektronenkanone wurden Messungen des Wirkungsquerschnittes der Elektronenstoßionisation für Xe^q+-Ionen (Einfachionisation für q = 2, 5, 12, 13 sowie Doppelionisation für q = 2, 12, 13, 14) durchgeführt. Dabei stimmen die gemessenen Daten mit älteren experimentellen Ergebnissen überein (diese Literaturwerte sind für die meisten untersuchten Prozesse nur im Energiebereich bis 1000 eV verfügbar). Weiterhin wurden Vergleiche mit theoretischen Daten durchgeführt, wobei auch hier in weiten Teilen eine Übereinstimmung mit den Messergebnissen dieser Arbeit gefunden und demzufolge in einigen Fällen eine eindeutige Identifizierung der signifikant zum jeweiligen totalen Wirkungsquerschnitt beitragenden Prozesse erreicht werden konnte. Insbesondere die detaillierten Vergleiche zwischen gemessenen und berechneten Wirkungsquerschnitten für Doppelionisation ermöglichen neuartige Einblicke in die Stoßdynamik von Vielteilchensystemen.
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