In meiner Dissertation zu dem Thema "Gerhard Schumann - Biographie. Werk. Wirkung eines prominenten nationalsozialistischen Autors" habe ich Gerhard Schumanns Biographie, Werk sowie dessen Wirkung im Rahmen historischer Ereignisse dargestellt und analysiert, um einen Beitrag zur Erforschung des Nationalsozialismus und seiner Literatur zu leisten. Kontinuitäten innerhalb der Literatur des Autors vor 1933, zwischen 1933 und 1945 sowie nach 1945 sollen dabei herausgestellt werden. Zentrale Themen und Motive im Werk des Autors werden aufgezeigt.Biographie, Gesamtwerk und Wirkung des Autors Gerhard Schumann sind auf der Grundlage von zeitgenössischem Quellenmaterial untersucht worden. Dies liegt in Form von Zeitungsartikeln, Briefen, Gesetzestexten, Aktenmaterial und anderem vor. Dazu waren verschiedene Archivreisen notwendig, um das Material zu sichten, zu sammeln und auszuwerten. Ich besuchte das Literaturarchiv in Marbach am Neckar, das Hölderlinarchiv in Stuttgart, das Stadt- und Universitätsarchiv in Tübingen, das Bundesarchiv in Koblenz mit den Außenstellen Berlin Lichterfelde, Freiburg im Breisgau und der Hauptstelle Koblenz sowie das Bayerische Staatsarchiv in München und das Archiv des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in Frankfurt am Main.Im Anschluss an die Biographie, die chronologisch den Lebensstationen Schumanns folgt, wird das Werk des Dichters, insbesondere seine nationalsozialistische Poetik, beschrieben, interpretiert und dessen Wirkung untersucht. Dabei werden Schumann und sein Werk in die Gruppe nationalsozialistischer Autoren, wie Anacker, Baumann, Bethge, Blunck, Euringer, Johst, Schauwecker, Vesper und von Scholz, eingeordnet. Ich gebe einen Gesamtüberblick über Schumanns Werk und analysiere die Hauptwerke des Autors genauer. Zu berücksichtigen ist, dass Schumanns Werk nicht als Gesamtausgabe vorliegt, und die Analyse nur entsprechend der vorhandenen Einzelausgaben erfolgen konnte. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass er nicht den Popularitätsgrad besaß, wie zum Beispiel Hans Friedrich Blunck, für den die Blunck-Gesellschaft eine Gesamtausgabe herausgegeben hatte. Innerhalb der Werkbetrachtung, in der alle Schriften, die Schumann verfasste, berücksichtigt und die Hauptwerke näher analysiert werden, soll auf die Wirkung der Werke - vor allem der lyrischen und dramatischen - eingegangen werden. Von Bedeutsamkeit ist dabei, auf welche Weise sich seine lyrische Produktion nach 1945 von der früheren unterscheidet und inwieweit sich Parallelen aufzeigen lassen. Dabei findet ein Vergleich seiner Biographie mit der anderer nationalsozialistischer Autoren statt. Die Wirkung seiner Werke in dieser Zeit ist mit einzubeziehen und seine Rolle im kulturpolitischen Geschehen zu untersuchen.Mit der vorliegenden Arbeit möchte ich exemplarisch zeigen, dass Schumann - und er ist kein Einzelfall - als Lyriker und Kulturpolitiker des nationalsozialistischen Regimes zu sehen ist. Schumann gehörte zu einer Generation, die sich in den Dienst eines totalitären Systems stellte und ohne eine fundierte Ausbildung Karriere machte. Seine Lyrik hatte Propagandafunktion und trug dazu bei, das nationalsozialistische Herrschaftssystem zu etablieren und zu stützen. Ich gehe auf Schumanns Erfolg als Dichter ein, vor allem auf die Zeit zwischen 1939 und 1945, da während des Kriegs seine "Kriegs- und Reichslyrik" in hohen Stückzahlen aufgelegt wurde. Zunächst soll die nationalsozialistische Poetik am Beispiel Gerhard Schumanns dargestellt werden. Im Anschluss daran folgt die Thematisierung der frühen Kriegslyrik. Auch folgt ein allgemeines Kapitel zur Poetik des Nationalsozialismus am Beispiel Gerhard Schumanns. Am Ende der Forschungsarbeit gehe ich auf Schumanns Selbstverständnis als nationalsozialistischer Autor und die nationalsozialistische Poetik ein und mache deutlich, dass er einer der "prominenten" nationalsozialistischen Dichter war. Abschließend finden die späte Kriegslyrik und Dramatik Beachtung sowie eine Motivanalyse bezüglich des ´Führerkultes´ und der "Reichsthematik" bezogen auf das Gesamtwerk des Autors wird vorgenommen. Dabei erfolgt ein Vergleich mit der Biographie des Juristen Werner Best, durch den deutlich werden soll, dass die nationalsozialistischen Karrieren in den unterschiedlichen Bereichen Parallelen aufweisen. Die Untersuchung liefert eine Gesamtbibliographie des litearischen und essayistischen Werks, das Schumann vor, während und nach dem Nationalsozialismus verfasste. Auch gebe ich einen Überblick über die relevante Sekundärliteratur zur Gesamtthematik der vorliegenden Arbeit.
Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen