Das Ziel der formativen und summativen Evaluation des saarländischen Schulmilchprojektes war es, ein Qualitätsmanagementkonzept zu entwickeln. Die Evaluation, an der 41 Grundschulen teilnahmen, basiert auf Kriterien der Kontext-, Struktur-, Planungs-, Prozess- und Ergebnisqualität. Angewandt wurde ein Methodenmix aus schriftlichen Befragungen, Monitoring, Inhaltsanalysen und Beobachtungen. Für die Kontextqualität ist entscheidend, die ernährungssituative und ernährungsbildende Begründung des Projektes nicht nur aus allgemein gültigen Daten (z.B. Studien, Lehrpläne), sondern aus den Befragungen der Lehrer und Schüler/Eltern abzuleiten. Die Kriterien der Strukturqualität beziehen sich auf die Qualifikation der Mitarbeiter, die Ausstattung sowie die sachgerechte Planung und Verwendung der finanziellen Mittel. Bei der Planungsqualität ist die Kombination aus verhaltens- und verhältnispräventiven Handlungen von Bedeutung. Die Schüler erlangten durch die Unterrichtseinheiten einen signifikanten Wissenszuwachs; dieser hatte jedoch keinen Einfluss auf die Verzehrshäufigkeit von Milch und Milchprodukten. Nur ein Angebot von Schulmilch führte zu einem häufigeren Verzehr von Milch in der Pausenverpflegung. Nachgewiesen wurde eine hohe Korrelation der Verzehrshäufigkeit bei Kindern und Eltern. Die Einbindung der Eltern in das Projekt gelang jedoch nur bedingt. Im Rahmen der Prozessqualität ist es im Hinblick auf die Optimierung des Projektes wesentlich, die Zufriedenheit der Akteursgruppen (Lehrer, Schulleiter, Schüler, Mitarbeiter) kontinuierlich zu messen. Aufgrund der geringen Bereitschaft der Lehrer zum Schulmilchverkauf und zur selbstständigen Durchführung der Unterrichtseinheiten ist es fraglich, ob das Projekt in den Schulen weitergeführt wird. Die Ergebnisqualität erfolgte durch eine Kombination aus Prozess- und Produktevaluation mit Pretest-Posttest-Designs und Kontrollgruppen.Die Evaluationsergebnisse boten die Grundlage dafür, ein Qualitätsmanagementkonzept zu entwickeln, das für ernährungsbildende Projekte an allgemeinbildenden Schulen anwendbar ist. Es besteht aus einem Qualitätskreislauf und aus Qualitätskriterien für die genannten Qualitätsdimensionen.
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