Zahnpasten und Abrasion/Erosion am Zahnschmelz : Interaktion von Wirk- und Abrasivstoffen in vitro

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Zahnpasten und -pulver sind aus historischer Sicht ein grundlegender Bestandteil der Mundhygiene des Menschen. Die Deutschen Mundgesundheitsstudien (DMS) zeigen eine Anwenderhäufigkeit von bis zu 80% in nahezu allen Altersgruppen und eine Zunahme der Prävalenz von nicht kariesbedingten Zahnhartsubstanzverlusten durch Erosion und Abrasion.Ziel der Studie war es deshalb, die erosionsprotektive Wirkung der Zahnpasten und die Effekte nach Erosion und Bürstabrasion am Zahnschmelz zu untersuchen. Im Speziellen sollten die physikalischen und chemischen Effekte und die Interaktion der Fraktion der Putzkörper und der aktiven Inhaltsstoffe analysiert werden, welche die erosions-protektiven Effekte der untersuchten Produkte möglicherweise beeinflussen. Hierzu erfolgte die Analyse folgender Parameter: Form und Größe der enthaltenen Putzkörper Putzkörperanteil der Produkte die RDA- und REA-Werte der einzelnen Zahnpasten die Elementanalyse der enthaltenen Putzkörper die Wirkstoffe (Inhaltsstoffe) der ProdukteIn diesem In-vitro-Experiment wurden insgesamt 17 Zahnpasten und ein Zahngel untersucht. Es handelte sich um acht natriumfluoridhaltige, drei hydroxylapatithaltige (zwei natriumfluoridhaltig, eins fluoridfrei), ein fluoridfreies chitosanhaltiges Präparat, drei zinnfluoridhaltige Zahnpasten, ein Präparat mit Polyethylenputzkörpern, ein zinnfluoridhaltiges Zahngel (Positivkontrolle) und ein wirkstofffreies Präparat (Placebo). Als Negativkontrolle wurde die alleinige Erosion ohne Einsatz eines Präparats betrachtet. Die Untersuchung bestand aus zwei unterschiedlichen Versuchsreihen (Experiment I und II), die sich jeweils über einen Zeitraum von zehn Tagen erstreckten. In jedem der Experimente wurden humane Schmelzproben sechsmal täglich für 2 min erosiv demineralisiert (0,5%ige Zitronensäure, pH 2,5). Am Anfang und Ende jedes Versuchstages wurden die Proben für 2 min in die Slurries der Produkte gegeben. In Experiment II wurde während dieses zweiminütigen Slurrykontakts für 15 s mit einem Auflagegewicht von 200 g gebürstet. Anschließend wurden die Substanz-verluste profilometrisch bestimmt. In Experiment I, welches die Wirkeffekte bei alleiniger Erosion untersuchte, zeigte die Applikation des Placebos gegenüber der Negativkontrolle (alleinige Erosion) keinen signifikanten Effekt. Zehn Produkte zeigten signifikante Unterschiede zum Placebo (p = 0,05). Eins der natriumfluoridhaltigen Produkte führte zu einer Erhöhung der Substanzverluste um 39%. Die restlichen neun führten zu einer signifikanten Reduktion gegenüber Placebo: die vier natriumfluoridhaltigen Produkte reduzierten die Substanzverluste um 36 43%, das chitosanhaltige Präparat führte zu einer Reduktion um 51% und die drei zinnfluoridhaltigen Zahnpasten konnten die Substanzverluste um 48 62% reduzieren. Am effektivsten stellte sich das zinnhaltige Gel (Positivkontrolle) mit einer Reduktion von 76% gegenüber Placebo dar.Die Ergebnisse aus Experiment II bilden die Effektivität der Produkte unter dem Zusammenspiel von physikalischen und chemischen Reizen ab. Lediglich fünf Produkte (drei zinnfluoridhaltige und zwei natriumfluoridhaltige Formulierungen) zeigten keine signifikante Erhöhung der Substanzverluste gegenüber der alleinigen Erosion (Negativkontrolle). Placebo führte zu einer 31%igen Erhöhung der Substanzverluste gegenüber der Negativkontrolle. Insgesamt neun Produkte zeigten signifikant geringere Substanzverluste als Placebo (p = 0,05): die fünf natriumfluoridhaltigen Produkte reduzierten die Substanzverluste um 29 57%, die drei zinnfluoridhaltigen Zahnpasten um 49 69% und das zinnfluoridhaltige Gel (Positivkontrolle) um 76%. Außerdem zeigte sich eine nicht-lineare Beziehung von RDA/REA bzw. dem Putzkörperanteil und den Substanzverlusten, während die Putzkörpergröße keinen Effekt hatte. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die meisten Produkte mit klassischen Fluoridverbindungen unter alleiniger Erosion häufig akzeptable Ergebnisse erzielen. Die chitosan- und zinnhaltigen Präparate stellen sich indes als wirkstärker dar. Nach zusätzlicher Bürstabrasion kam es hingegen zu einer großen Varianz der Effekte. Bestimmte anti-erosive Wirkeffekte sind somit nicht als Prädiktor für das Verhalten eines Produkts unter Bürstabrasion zu sehen. Nach wie vor weisen zinnhaltige Formulierungen die besten Wirkeffekte bei Erosion und Abrasion auf und sind deshalb als klare Empfehlung in der Erosionstherapie zu nennen.

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