Untersuchungen zur Auswahl von Frontzahngarnituren mittels des BlueLine FormSelector im Rahmen der Totalprothetik

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Das Bestimmen von Zahnform größe und farbe bei zahnlosen Patienten, gerade wenn bestimmte Hinweise wie Fotos, Gipsmodelle oder restierende Frontzähne fehlen ist stets ein schwieriges Problem für jeden Behandler, da jede Information, wie der Patient im vollbezahnten Zustand ausgesehen hat verloren geht. Die Auswahl der künstlichen Zähne ist ein wichtiges ästhetisches Kriterium und entscheidend für Erfolg oder Misserfolg bei der Inkorporation der Prothese. Die in der Literatur angegebenen und im Literaturteil kurz beschriebenen nach gesichtsmorphologischen Bezugspunkten aufgestellten Prinzipien für die Auswahl der künstlichen Frontzahngarnituren, werden aus verschiedenen Gründen im klinischen Praxisalltag unbeachtet bzw. die Auswahl der Frontzähne dem Techniker überlassen, weil diese Fülle an Möglichkeiten und Verfahren zu diesem Thema in der Literatur nicht nur konträr diskutiert werden, sondern auch keine Methode sich durchgesetzt hat. Seitens der Dentalindustrie werden Systeme angeboten, die eine instrumentelle Bestimmung einer adäquaten Frontzahngarnitur am zahnlosen Patienten erlauben sollen; zu denen aber bis dato keine klinische Studie vorlag. Der BlueLine Form Selector von der Firma ivoclar vivadent technicals®, stellt ein einfaches und von jedermann zu bedienendes System zur instrumentellen Evaluierung der richtigen Frontzahngarnitur, dar. In der Hauptrolle beinhaltet es einen stark vereinfachter Tastzirkel, mit dessen Hilfe die breiteste Stelle der Nase abgetastet wird um so auf die entsprechend passenden Frontzahngarnituren verwiesen wird. Die vorgegebenen 24 verschiedenen Frontzahngarnituren sowie die Umrissform des oberen mittleren Schneidezahns sind auf insgesamt sechs Formenkarten im Verhältnis 1:1 abgelichtet. Das komplette System ist mittels einer auf und zu verschraubenden Öse in Fächerform angeordnet. Es hat wahrscheinlich ökonomische Gründe wieso grade nur diese 24 verschiedenen Garnituren angegeben sind. Ziel dieser Studie war es, die klinische Anwendbarkeit des BlueLine FormSelector zu überprüfen und herauszufinden, inwieweit die instrumentelle Auswahl einer künstlichen Frontzahngarnitur bezüglich der vom System vorgegebenen Zahnwerte von den Zahnwerten an 100 natürlich bezahnten Probanden wiedergegeben werden und ob die Nasenbasis als Indikator für solch konzipierte Systeme dienlich sein kann. Das FacialMeter wurde entsprechend der Gebrauchsanweisung bei jedem Probanden an die breiteste Stelle der Nasenbasis angelegt, um einen automatischen Verweis auf die entsprechend passenden Frontzahngarnituren zu erhalten. Anschließend wurde eine künstliche Garnitur in Anlehnung an die Williamsche Klassifikation ausgesucht, bei der die umgekehrte Umrissform des oberen mittleren Schneidezahns der abgelichteten Garnitur auf der entsprechenden Formenkarte am besten die Gesichtsform des Probanden wiedergibt. Anschließend wurde vom Probanden ein Oberkiefer Abdruck genommen und ein Gipsmodell hergestellt, zuvor jedoch wurde die Nasenbasis des Probanden in Millimetern ermittelt. Um zu überprüfen inwieweit die Auswahl der künstlichen Frontzahngarnitur, bezüglich der angegebene Werte des oberen mittleren Schneidezahns sowie der vorgegebenen Garniturbreite mit den tatsächlichen Werten übereinstimmen, wurden die Messergebnisse gegenübergestellt und die Abweichungen ermittelt. Da die Auswahl der Garnitur stark vom subjektiven Gefühlssinn des Untersuchers abhängig war, wurden bei der Ermittlung der Abweichungen alle übrigen in Frage kommenden Garnituren berücksichtigt. Sämtliche ermittelten Werte wurden nach dem Geschlecht, der Breite der tatsächlich ermittelten Nasenbasis und der vom FormSelector vorgenommenen Gruppierung aufgeteilt und einer statistischen Analyse zugeführt. Die Ergebnisse wurden mit den entsprechenden Literaturangaben verglichen. Mittels der Analyse des FormSelectors konnte eindeutig dargestellt werden, dass bei der Konzeption des Systems erhebliche Fehler begangen wurden. Bei der Planung des Systems wurden viele Hinweise aus der Literatur nicht beachtet. Aus den empirisch gewonnen Ergebnissen ist ersichtlich, dass die Zahnwerte der mit Hilfe des FormSelectors ausgesuchten Frontzahngarnitur mit der natürlichen Zahngröße am Probanden nicht korrelieren (s. hierzu Abb. 32 im Ergebnisteil). In den meisten Fällen (83%) wurden kleinere Werte ausgewählt als tatsächlich vorhanden. Die Vorstellung, dass mittels solch einfacher Systeme die tatsächliche Zahngröße bei zahnlosen Patienten eruiert werden kann, wäre wünschenswert ist aber nicht haltbar. Abschließend bleibt anzumerken, dass kein Beweis dafür angetreten werden konnte, das die Nasenbasis für solch konzipierte Systeme nicht dienlich sein kann. Da aber die Ergebnisse dieser Untersuchung nur von einem einzigen Untersucher erhoben wurden und bei der Konzeption des FormSelectors enorme Fehler begangen wurden, können sie nicht den Anspruch erheben die Situation völlig zu klären. Eine zweite Untersuchung eines neu entwickelten FormSelectors, was eine Überprüfung und Beachtung dieser Studie seitens der Dentalfirma ivoclar vivadent bedeuten würde, könnte dies unmissverständlich klarlegen und damit die Frage zu klären, ob die Nasenbasis für solch konzipierte Systeme dienlich sein kann. Das analysierte instrumentelle System der Firma ivoclar vivadent stellt zwar eine Alternative dar ist aber fehlerhaft. Gleichwohl können solche Systeme die Auswahl künstlicher Frontzahngarnituren nicht nur erleichtern, sondern veranlassen den Zahnarzt mit dem Patienten zusammen eine adäquate Frontzahngarnitur auszusuchen.

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