Magnetresonanztomographische Untersuchung zu frühdegenerativen Veränderungen der lumbosakralen Bandscheibe beim Deutschen Schäferhund

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Das Ziel der vorliegenden Untersuchung war die Bearbeitung der Fragestellung, obbeim Deutschen Schäferhund eine Prädisposition zu einer frühdegenerativenVeränderung der lumbosakralen Bandscheibe vorliegt. Den Hintergrund für dieseFrage bildete die Beobachtung, dass Deutsche Schäferhunde in vorangegangenenStudien für das Auftreten der degenerativen lumbosakralen Stenose und des Caudaequina Kompressionssyndrom überrepräsentiert erschienen.Mit Hilfe der Magnetresonanztomographie wurden die Lendenwirbelsäulen von 126Deutschen Schäferhunden und 52 Hunden aus 10 anderen Rassen untersucht. DasAlter der untersuchten Deutschen Schäferhunde lag im Durchschnitt bei ca. 27Monaten während das Alter der Hunde aus der Vergleichsgruppe bei ca. 24 Monatenlag.Im Anschluss an die magnetresonanztomographische Untersuchung erfolgte diegeblindete Auswertung der erfassten Bilder. Zur Graduierung derBandscheibendegeneration wurden 3 etablierte Graduierungssysteme eingesetztund untereinander verglichen. Weiterhin wurden die Messungen der 51morphologischen Parameter des lumbosakralen Überganges doppelt für jedenPatienten durchgeführt und die Korrelation der Bandscheibendegenerationsgrade mitdiesen Parametern errechnet. Die Verbindung der Graduierung und dermorphologischen Konformation mit den Parametern Rasse, Alter, Geschlecht, ZuchtundNutzungsrichtung und das Auftreten des Cauda equina Kompressionssyndromswurde in den weiteren Untersuchungen berücksichtigt.Aus den durchgeführten Untersuchungen ergab sich, dass die untersuchte Gruppeder Deutschen Schäferhunde mit einem mittleren Degenerationsgrad derlumbosakralen Bandscheibe nach Seiler von 2,85 (+/- 0,66) und einem mittlerenDegenerationsgrad nach Griffith für die Signalintensität von 2,97 (+/- 1,22) und dieAbgrenzbarkeit 3,77 (+/- 1,62) einen signifikant höheren Degenerationsgrad aufwies,als die Hunde der Vergleichsgruppe mit 2,43 (+/- 0,65) und 2,53 (+/- 0,95) und 2,98(+/- 1,28). Zusätzlich zeigte sich, dass die Bandscheibe im lumbosakralen Übergangbeim Deutschen Schäferhund einen von den übrigen Lokalisationen (Lendenwirbel 5-Lendenwirbel 7) unabhängigen Degenerationsgrad aufwies. Alle Unterschiedeerwiesen sich als statistisch signifikant beeinflusst durch die Rasse und das Alter derHunde. Die zur Validierung der subjektiven Graduierung eingesetzeSignalintensitätsmessung mittels Region of Interest war mit denGraduierungssystemen nach SEILER et al. (2003) und GRIFFITH et al. (2007)signifikant korreliert. Gleichzeitig zeigte sich die Signalintensität als signifikant durchdie Rasse und das Alter der Hunde beeinflusst, genauso wie dieStandardabweichung der Signalintensitäten. Die Erhebung der morphologischenMesswerte wurde durch den Einsatz der Profilbestimmung für dasBandscheibensignal unterstützt.Ebenfalls signifikant durch die Rasse beeinflusst zeigten sich die Merkmale Signal-Höhe der Bandscheibe in allen Lokalisationen. Hierbei ist ein Einfluß der Größe undStatur der Hunde allerdings nicht vollständig auszuschließen.Zwischen dem Degenerationsgrad und den morphologischen Parametern Winkelung der Facettengelenke , Winkelung des lumbosakralen Überganges , Signalintensität der Bandscheibe und des Nucleus pulposus und Konformation desNucleussignales waren deutliche Korrelationen feststellbar. Die als prädisponierendfür das Cauda equina Kompressionssyndrom geltende Stufe im lumbosakralenÜbergang stellte sich beim Deutschen Schäferhund mit einem um den Faktor 1,8höheren Schätzwert dar, als für die in der Gruppe der Vergleichshunde (P < 0,001).Ein sprunghafter Anstieg der Winkelung der Facettengelenke stand in direktemZusammenhang mit einem höheren Degenerationsgrad, dies konnte in der Gruppeder Deutschen Schäferhunde vermehrt beobachtet werden. Zusätzlich konnte diezuvor beschriebene altersbedingte Umformung der Facettengelenke nachvollzogenwerden.Einige der Zusammenhänge von Morphologie und Bandscheibendegeneration warenin vorangegangenen Studien, die geringere Tierzahlen untersucht hatten,herausgestellt worden und konnten im Rahmen der vorliegenden Studie bestätigtwerden. So ergab sich unter anderem eine Korrelation zwischen der Winkelung deslumbosakralen Überganges und dem Degenerationsgrad der lumbosakralenBandscheibe, der Rasse, dem Alter und dem Geschlecht der Hunde. Die Winkelungder Facettengelenke wurde in vorangegangenen Studien mit dem Alter der Hundeund dem Vorliegen des Cauda equina Kompressionssyndroms in Verbindunggebracht.Zusätzlich konnte festgestellt werden, dass die Hunde aus der Rasse DeutscherSchäferhund im Vergleich ein höheres und breiteres Bandscheibensignal aufwiesen.Allerdings war kein Zusammenhang zwischen der Ausdehnung der Bandscheibe undihrem Degenerationsgrad nachweisbar.Im Rahmen der vorliegenden Arbeit konnte gezeigt werden, dass eine Prädispositionzur frühdegenerativen Veränderung der Bandscheibe beim Deutschen Schäferhundvorliegt. Weiterhin konnte bestätigt werden, dass eine Verbindung zur speziellenmorphologischen Konformation des lumbosakralen Überganges beim DeutschenSchäferhund besteht.Der Einsatz der Signalintensitätsmessung in Form eines Profils und in Form einerRegion of Interest hat einen wichtigen Beitrag zur Bestimmung derDegenerationsgrade geliefert und kann eine Hilfe bei der Diagnosefindung imklinischen Alltag sein. Gleichzeitig konnten Graduierungssysteme aus Tier- undHumanmedizin problemlos eingesetzt werden Eine weitere Evaluierung zum Einsatzder Graduierungssysteme im klinischen Alltag ist notwendig. Offen bleibt ebenfallsdie Frage nach der genetischen Ursache der im Rahmen der Studie festgestelltenPrädisposition. Bedingt durch die geringe Tierzahl ist es nicht möglich gewesen imRahmen der vorliegenden Studie Werte für eine Heritabilität anzugeben. WeitereUntersuchungen zur Heritabilität der Merkmale und zur Beteiligung vonKandidatengenen und Zuchtmerkmalen aber auch zur langfristigen Entwicklung derfrühen Degeneration werden zur Klärung der Ursachen notwendig.

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Erstpublikation in

Giessen : VVB Laufersweiler 2010

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