Therapieversagen nach operativer und konservativer Behandlung von Dens-axis-Frakturen

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Frakturen des zweiten Halswirbels treten vor allem bei geriatrischen Patienten häufig nach einem Sturz auf. Dennoch ist bislang noch kein einheitliches Behandlungsregime etabliert. Eine Therapie kann konservativ mittels Ruhigstellung der Halswirbelsäule durch einen Halo-Fixateur oder unterschiedliche rigide Orthesen erfolgen oder operativ. Bei dieser Therapievariante wird meist entweder das Densfragment mit dem 2. Halswirbel verschraubt oder es erfolgt eine Fixation der ersten beiden Halswirbel, bis eine knöcherne Konsolidierung des Frakturspalts eintritt. Sowohl bei konservativer als auch bei operativer Versorgung gibt es Therapieversager. Bislang ist noch nicht geklärt, welche Patientenvoraussetzungen ein Therapieversagen wahrscheinlich machen.Daher wurden erstmals in einer retrospektiven monozentrischen Langzeitstudie die Daten von Patienten ausgewertet, die zwischen 2003 und 2016 am Universitätsklinikum Gießen behandelt wurden. Um Prädiktoren identifizieren zu können, wurden neben den allgemeinen Patientendaten auch die Art der Densfraktur, der neurologische Status der Patienten (ASIA), der Smiley-Webster-Score (SW), der Charlson Comorbidity Index (CCI) und die Therapieentscheidung erfasst. Um den Therapieerfolg zu dokumentieren, wurde bei der Nachuntersuchung nach mindestens 6 Monaten neben den Indizes auch die Rate der Durchbauung des Frakturspaltes erfasst. Therapieversagen wurde definiert als Tod nach der Therapieentscheidung, unvollständige Durchbauung des Frakturspalts in Verbindung mit einem SW von 3 oder 4 oder (Re-) Operation und schwere behandlungsassoziierte Komplikationen mit oder ohne einer (Re-) Operation.Das Alter der 57 Patienten lag zwischen 3 und 93 Jahren, davon waren 30 männlich. 29 Patienten wurden konservativ, 28 Patienten operativ therapiert. 20 Patienten, 13 aus der konservativ behandelten Gruppe und 7 aus der operativ behandelten Gruppe, wurden als Therapieversager gewertet (6 verstorben, 12 reoperiert inkl. fehlender Durchbauung, 2 schlechter SW-Score). Keinen prädiktiven Wert hatten Geschlecht, Art der Fraktur oder die Therapieoption. Lediglich der CCI und der alterskorrigierte CCI (CACI) waren mit dem Therapieerfolg korreliert. Das Therapieversagen war bei einem CACI von mehr als 3 unabhängig von der Therapiewahl höher als bei einem CACI unter oder gleich 3.Damit konnte erstmals der CACI, der bei der Einlieferung der Patienten erhoben wird, Prädiktor für ein Therapieversagen bei der Behandlung der Frakturen des Dens axis bestätigt werden. Weitere randomisierte multizentrische Studien mit einer höheren Patientenzahl sind nötig, um Aussagen über spezifische Risikofaktoren und Vorerkrankungen machen zu können.

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