Die prognostische Validität des Auswahlgesprächs für die Tierärztliche Vorprüfung : Eine retrospektive Studie am Fachbereich Veterinärmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen in den Prüfungsjahren 1988-1999
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Die Leistungen von Studenten der Veterinärmedizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen in der Tierärztlichen Vorprüfung während der Prüfungsjahre 1988 - 1999 wurden unter besonderer Berücksichtigung des Zulassungsverfahrens untersucht. Im Rahmen des in dieser Zeit angewendeten Besonderen Auswahlverfahrens wurden 15 % der Studierenden nach einem Auswahlgespräch durch die Hochschule zugelassen. Die Leistungen dieser Studenten wurden mit denen der ZVS-Zugelassenen verglichen. Ausgewertet wurden für den 1. Abschnitt der Tierärztlichen Vorprüfung (Vorphysikum) die Daten von 2313 Prüflingen (davon 277 über das Auswahlgespräch zugelassen) und für den 2. Abschnitt der Tierärztlichen Vorprüfung (Physikum) die Daten von 2256 Prüflingen (davon 269 aus der Gruppe 'Auswahlgespräch'). Die Tierärztliche Vorprüfung beinhaltete in dem untersuchten Zeitraum Prüfungen in den Fächern Chemie, Physik, Zoologie, Botanik (zusammengefasst im Vorphysikum), sowie Anatomie, Histologie/Embryologie, Physiologie und Biochemie (zusammengefasst im Physikum). Die Untersuchung ergab, dass die Prüfungsleistungen der Studenten aus dem Auswahlgespräch im Vergleich mit denen der ZVS-Gruppe deutlich schlechter waren. Mit Ausnahme des Faches Zoologie, bei dem beide Gruppen gleiche Leistungen erzielten, wurden sie in allen anderen Prüfungsfächern signifikant schlechter benotet. Im Mittel benötigten die über das Gespräch Zugelassenen beinahe doppelt so viel Zeit für das Ablegen der beiden Prüfungsabschnitte, und in der Gesamtnote der Tierärztlichen Vorprüfung waren sie 0,24 Notenpunkte schlechter als die Studenten der ZVS-Gruppe. Weniger als 50 % der gesprächszugelassenen Studenten bestanden die einzelnen Prüfungsabschnitte ohne Wiederholungsprüfungen, wohingegen dies beinahe zwei Drittel der ZVS zugelassenen Studenten gelang. Die Ergebnisse zeigen, dass es in dem untersuchten Zeitraum an der Veterinärmedizinischen Fakultät der Justus-Liebig-Universität Gießen mit Hilfe des verwendeten Auswahlgesprächs nicht gelang, Studierende auszuwählen, die in der Tierärztlichen Vorprüfung eine ebenso gute Leistung erbrachten wie die von der ZVS akzeptierten Bewerber.Link to publications or other datasets
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Original publication in
Spiegel der Forschung, 21 (2004) , S. 98 - 103
