Die Arbeit untersucht ausgewählte (Gedenk-)Reden, die sich mit der faschistischen Vergangenheit der Deutschen auseinandersetzen. Die Vorträge werden dabei als integrale Texte einer hermeneutisch-ideologiekritischen Analyse unterzogen. Darunter befinden sich sowohl prominente Texte wie die Weizsäcker-Rede 1985, die Jenninger-Rede und die Paulskirchen-Rede Martin Walsers, als auch weniger beachtete wie solche von Günter Grass oder Helmut Gollwitzer. Ein größerer Teil ist der Auseinandersetzung mit vier Beiträgen Klaus v. Dohnanyis gewidmet. Auf diese Weise wird ein Bogen gespannt, der Rückschlüsse auf einen bedenklichen geschichtspolitischen Stimmungswechsel im Laufe der 1990er Jahre ermöglicht. Eingerahmt werden die Einzelanalysen von Überlegungen zur geschichtspolitischen Funktion öffentlicher Reden und ihrer Signifikanz für die öffentliche Debatte als Ganzes.
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