Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Synthese von Sulfatderivaten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung neuer Synthesewege und der strukturellen Charakterisierung der erhaltenen Verbindungen.Reaktionen in extrem basischen Medien wie gesättigter Natron- und Kalilauge, die aufgrund ihrer Aggressivität gegenüber Glasampullen in PTFE-Reaktionsröhrchen durchgeführt wurden, führten zu den Imidosulfaten Na2[NHSO3], K2[NHSO3], Na2Ba[NHSO3]2 und dem komplexen Salz Na6[Zn(OH)2[NHSO3]2](OH)2(H2O)2. Hierfür wurde Amidoschwefelsäure mit den jeweiligen Laugen und Ba(OH)2 beziehungsweise ZnSO4 · 7 H2O bei moderaten Temperaturen (ungefähr gleich 120 °C) umgesetzt. Die Kristallstrukturen zeigen im Fall von Na2[NHSO3] und Na6[Zn(OH)2[NHSO3]2](OH)2(H2O)2 Kanäle, während in Na2Ba[NHSO3]2 Doppelschichten vorliegen. Allen gemein sind sehr schwache Wasserstoffbrückenbindungen. Aus den Reaktionen, die mit Amidoschwefelsäure in flüssigem Ammoniak durchgeführt wurden, konnten zwei Amidosulfate erhalten werden, [Cu[NH2SO3](NH3)5]Cl und [Ca(NH3)7][NH2SO3]2. In beiden Fällen werden kationische Komplexe gebildet, deren Ladung durch unterschiedliche Anionen kompensiert wird.Bei der Umsetzung von Lanthanidnitraten mit Methansulfonsäure konnten zwei neuartige, iso-type Schichtverbindungen erhalten werden, die Salpetersäuremoleküle zwischen den Schichten interkalieren: Sm[CH3SO3]3 · HNO3 und Tb[CH3SO3]3 · HNO3.Die Umsetzung von NH4Cl mit reinem SO3 führte zum Chlorsulfat (NH4)[SO3Cl], das heißt, Cl- agiert hier als Lewis-Base gegenüber SO3. Die Verbindung wurde ferner mit Hilfe der Ramanspektro-skopie analysiert.Die Reaktionen von Kaliumamidosulfat mit Silbernitrat in alkalischer Lösung führte zu Ag3[N(SO3)2] · H2O. In der Kristallstruktur von Ag3[N(SO3)2] · H2O bilden die Silberkationen eine graphenähnliche Substruktur aus. Die thermische Untersuchung von Ag3[N(SO3)2] · H2O, zeigte, dass sich bei der mehrstufigen Zersetzung elementares Silber bildet. Fluorschwefelsäure reagierte mit Chloriden, Fluoriden und Carbonaten der Übergangsmetalle Cu, Mn und Cd zu den Disulfaten Cu[S2O7], Mn[S2O7] und Cd[S2O7], wobei letztere in neuer Modifikation erhalten wurde.Aus Fluorschwefelsäure und GeO2 konnte eine Verbindung mit terminalem Fluorliganden am okta-edrisch koordinierten Ge(IV)-Kation erhalten werden: GeF[HSO4][SO4]. Hier liegen die Struktur-motive GeF[HSO4]2[SO4] dimerartig kombiniert vor. Die Reaktion von Methansulfonsäure mit FeCl3 führte zum ebenfalls halogenidterminierten FeCl[CH3SO3]2, das in der Kristallstruktur sandwich-artige Doppelschichten ausbildet.
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