Charakterisierung von pulmonaler Hypertonie bei Lungenkrebs

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60-70 % aller Lungenkrebspatienten weisen bei Erstvorstellung als eines der primären Symptome Dyspnoe auf. Dieser Anteil schweratmiger Patienten steigt bis auf 90 % kurz vor dem Tod. Unter Beachtung von Fallbeschreibungen, die das Auftreten von pulmonaler Hypertonie bei diversen malignen Organerkrankungen nach Tumorzellembolie dokumentieren, bestand das Ziel dieser Arbeit darin, die Beteiligung von pulmonaler Hypertonie an der bei Lungenkrebs nachzuweisenden Dyspnoe zu untersuchen.Drei unterschiedliche Mausmodelle standen zur Verfügung: C57BL/6N-Mäuse, die eine intravenöse Injektion von einer Million Lewis-lung-carcinoma-1-Zellen in die laterale Schwanzvene erhielten, K-rasLA2 Knock-in-Mäuse und SP-C-c-raf-1-BxB-23 transgene Mäuse. Es erfolgten regelmäßige, echokardiographische Untersuchungen wie auch, zu Versuchsende, die hämodynamische Erfassung des rechtsventrikulären systolischen Drucks und des systemisch arteriellen Drucks. Die histologische Auswertung diente der Bestimmung der vaskulären Morphometrie im Tumor-Areal und im Nicht-Tumor-Areal, sowie der Messung des Gesamtkollagengehalts des rechten Ventrikels. Die histologische Evaluierung wurde an den entnommenen murinen Lungen und an humanen Donorlungen ausgeführt. Um zusätzlich den Beitrag von Entzündungszellen an der Pathogenese der pulmonalen Hypertonie zu untersuchen, wurden Makrophagen (CD68+), T-Lymphozyten (CD3+) und dendritische Zellen (CD209+) in den Gefäßwänden des humanen Lungentumorgewebes quantifiziert.In allen murinen Lungentumormodellen veranschaulicht die Echokardiographie eine beeinträchtigte systolische, diastolische und globale rechtsventrikuläre Funktion ebenso wie eine Dilatation des rechten Ventrikels. In der hämodynamischen Messung der Lungentumormodelle wird stets ein erhöhter rechtsventrikulärer systolischer Druck erfasst. Murine und humane Lungentumorschnitte weisen vaskuläre Umbauprozesse im Tumor-Areal auf, die sowohl eine Zunahme der medialen Wandstärke wie auch eine Steigerung des Muskularisierungsgrads betreffen. Die Bestimmung des Gesamtkollagens ermöglicht zudem den Nachweis einer rechtsventrikulären Fibrose. Schließlich kann ein gehäuftes Vorkommen von T-Lymphozyten und Makrophagen in pulmonalen Gefäßwänden des Tumor-Areals in humanen Lungenproben dokumentiert werden.Somit liefert diese Studie klare Beweise für das Vorkommen von pulmonaler Hypertonie bei Lungenkrebspatienten, so wie auch in Lungenneoplasien ausbildenden Tiermodellen. Die durchgeführte echokardiographische Verlaufskontrolle ermöglicht die Schlussfolgerung, dass es sich bei der nachgewiesenen pulmonalen Hypertonie um ein im finalen Lungenkrebsstadium auftretendes Phänomen handelt. Der erhöhte Zellgehalt an T-Lymphozyten und Makrophagen in den pulmonalen Gefäßwänden bringt uns zu der Feststellung, dass diese genannten Immunzellen am vaskulären Remodeling der kleinen Gefäße im Tumor beteiligt sind.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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