In der vorliegenden randomisierten, Placebo- kontrollierten Doppelblindstudie wurde die Remineralisation initialer Schmelzläsionen nach Anwendung fluoridierter Zahnpaste und unterschiedlich hoch konzentrierter Fluoridgele in situ untersucht. Hierfür wurden aus 45 humanen dritten Molaren dünne Schmelzschnitte hergestellt und in Polyesterfolie gebettet. Alle Probenkörper wurden über einen Zeitraum von 40 Stunden in vitro demineralisiert und nach mikroradiographischer Auswertung in Halteapparaturen montiert. Im Rahmen der Untersuchungen trugen sechzehn Probanden über einen Zeitraum von drei mal drei Wochen die Halteapparaturen intraoral mit jeweils vier Probenkörpern bestückt. Die lokale Applikation von Fluorid erfolgte über die tägliche Zahnreinigung mit einer aminfluoridhaltigen Zahnpaste (0,125% F-). Zusätzlich wurde jeweils einmal wöchentlich entweder ein niedrig dosiertes Aminfluoridgel (0,4% F-), ein hoch dosiertes Aminfluoridgel (1,25% F-) oder ein Placebogel appliziert. Nach Abschluss der Untersuchung wurden die Probenkörper erneut mikroradiographisch analysiert und anhand der Parameter Mineralisationsrate und Läsionstiefe mit den Ausgangswerten verglichen. Die Ergebnisse wurden statistisch ausgewertet. Dabei wurden die Gruppen Fluoridgel (hochkonzentriert) zu Placebogel, Fluoridgel (niedrigkonzentriert) zu Placebogel und vor allem Fluoridgel (hochkonzentriert) zu Fluoridgel (niedrigkonzentriert) verglichen.
Alle Proben wiesen in Vergleich zum Ausgangswert eine hohe Remineralisationsrate von durchschnittlich 50% auf. Die Reduktion der Läsiontiefe betrug durchgehend 10%. Es konnten innerhalb der Ergebnisse jedoch keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen festgestellt werden. Weder der Konzentrationsunterschied der beiden Fluoridgele zueinander noch zu der Placebogruppe ließ statistisch signifikante Tendenzen erkennen. Auffällige individuelle Unterschiede innerhalb der Probanden wirkten sich nicht auf das Gesamtergebnis aus.
Die Ergebnisse der Studie wiesen nach, dass unter den kontrollierten Bedingungen dieser in situ Untersuchung die regelmäßige Anwendung fluoridierter Zahnpasten initiale Karies in gleichem Maße remineralisierte wie die zusätzliche Anwendung hochkonzentrierter Fluoridgele. Es erscheint jedoch sinnvoll, die zusätzliche kariesprotektive Wirkung hochkonzentrierter Fluoridgele individuell und in besonderen Risikogruppen mit hoher Kariesaktivität zu untersuchen.
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