Untersuchungen zur immunmodulatorischen Wirkung von Phytoöstrogenen

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Phytoöstrogene (PÖ) sind eine Gruppe sekundärer Pflanzenstoffe, die vom Menschen vor allem mit Soja- und Vollkornprodukten und Leinsaat aufgenommen wird. Ziel dieser Arbeit war es aufzuklären, inwieweit PÖ und ihre Metabolite ausgewählte Parameter des Immunsystems modulieren können, welche Mechanismen an einer Modulation beteiligt sind und zu diskutieren, welche Bedeutung die Ergebnisse auch im Hinblick auf eine mögliche Tumorprävention besitzen. Ausgehend von der Jurkat T-Zelllinie über isolierte periphere Blutleukozyten (PBMC) des Menschen und ein Brustkrebsmodell der Maus bis zur Interventionsstudie am Menschen wurde der Einfluss von insgesamt acht PÖ und ihrer Metabolite auf im Ganzen 13 Immunparameter untersucht. PÖ-Konzentrationen von über 10 mikroM verringerten in vitro die Vitalität, Proliferation, zytotoxische Aktivität der Natürlichen Killer- (NK-) Zellen und Zytokinproduktion von Jurkat-Zellen und PBMC. Sie steigerten ab dieser Konzentration die Apoptose- und Nekroserate der Jurkat-Zellen. Sojaproteinisolat führte bei jungen, aber nicht bei erwachsenen Tg.NK Mäusen zur Steigerung der lytischen Aktivität der NK-Zellen und Verringerung der Phagozytoseleistung der Granulozyten. Beim Menschen korrelierte nach Aufnahme PÖ-reicher Lebensmittel die renale Ausscheidung einzelner PÖ positiv mit dem Anteil der NK-Zellen und negativ mit dem Anteil von T-Lymphozyten im peripheren Blut. Als mögliche Mechanismen kommen in vitro toxische Effekte zum Tragen, direkte Wirkungen über Östrogenrezeptoren können ausgeschlossen werden. Die Aktivitätsveränderungen der NK-Zellen und Phagozyten der Maus sind vermutlich auf systemische antiöstrogene Effekte zurückzuführen, während die Populationsverschiebungen in der humanen Interventionsstudie auf noch ungeklärten Mechanismen beruhen. Eine normale Mischkost, die PÖ-reiche Lebensmittel enthält, führt nicht zu Plasmakonzentrationen, die in vitro Funktionsstörungen von Lymphozyten verursachten. Dagegen können Personen, die Supplemente zu sich nehmen und Säuglinge, die mit Formulanahrung auf Sojabasis ernährt werden, PÖ-Gehalte im Plasma erreichen, die nahe an solche Konzentrationen heranreichen. Ferner lässt die Interventionsstudie am Menschen keinen Schluss über eine mögliche Tumorprävention durch PÖ-reiche Lebensmittel zu.

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