Die Drei-Ziele-Behandlung bei analer Inkontinenz

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HintergrundDie Evidenz konservativer Behandlungen bei analer Inkontinenz war bislang nicht gesichert. Es fehlten aussagekräftige Studien zu Wirkung und Nebenwirkungen von Biofeedback und niederfrequenter Elektrostimulation (LFS). In zwei randomisierten Studien mit insgesamt 238 Patienten wurde die Drei-Ziele-Behandlung (Triple Target Treatment, 3T), eine neue Kombination aus amplitudenmodulierter Mittelfrequenzstimulation (AM-MF) mit EMG-Biofeedback (EMG-BF) evaluiert. In der ersten Studie wurde 3T mit alleinigem Biofeedback verglichen; in der zweiten Studie mit LFS. In dieser Arbeit werden die zusammengefassten Patientenkollektive aus beiden Studien nach Subgruppen untersucht, um daraus differenzierte Prognosen für die Erfolgswahrscheinlichkeit der Behandlung ableiten zu können.MethodenPrimäre Zielkriterien in beiden Studien waren Veränderungen im Cleveland Clinic Score (CCS) und im adaptierten St. Marks (Vaizey) Score nach neun/sechs Monaten im Vergleich zur Eingangsuntersuchung. Aus diesen Primärdaten wurden für die jeweiligen Subgruppen Erfolgsbilanzen errechnet. Für die Wahrscheinlichkeit der Veränderung um eine Einheit zwischen den vier Modalitäten kontinent, gebessert, keine Verbesserung bis keine Nachbeobachtung wurden 95% Konfidenzintervalle für die Odds Ratios bestimmt. Die Analyse erfolgt in drei Schritten: - Vergleich der Wahrscheinlichkeiten für Veränderungen zwischen den Therapiearmen. - Vergleich der Effektunterschiede zwischen den Subgruppen innerhalb eines Armes. - Ermittlung der Hauptkomponenten für eine Prognose.ErgebnisseIn Studie I wurden mit 3T 50% der Patienten kontinent, die 3 bis 9 Monate behandelt wurden, doppelt so viele wie mit EMG-BF. In Studie II wurden mit 3T 54% der Patienten kontinent, die 3 bis 6 Monate behandelt wurden, aber kein Patient mit LFS. In der Subgruppenanalyse zeigte sich eine starke Abhängigkeit des Erfolges von der Trainingshäufigkeit. Sowohl bei 3T wie auch bei alleinigem EMG-BF entwickelten sich die Patienten mit einer durchschnittlichen Trainingshäufigkeit von annähernd zweimal pro Tag doppelt so gut wie Patienten, die nur durchschnittlich einmal jeden zweiten Tag trainierten. Der Vorteil der zusätzlichen Stimulation mit AM-MF erreichte ab einer Stimulationshäufigkeit von mindestens einmal pro Tag signifikante Vorteile gegenüber alleinigem EMG-BF. Die Erfolgsaussichten von 3T wurden weder durch höheres Alter noch durch Übergewicht beeinträchtigt. Die Erfolgsbilanz von Patienten mit einem Durchschnittsalter von 75 Jahren lagen nicht schlechter als bei 25 Jahre jüngeren Patienten; für 3T bei 75%, für EMG-BF bei 33%. Übergewichtige und fettleibige Patienten profitieren nicht schlechter von der 3T Behandlung als Normalgewichtige. In allen Subgruppen ist die Wahrscheinlichkeit bei 3T für eine positive Veränderung etwa doppelt so hoch wie bei EMG-BF. Mit Ausnahme des Inkontinenzgrades hatten die meisten Patienten-Merkmale zu Vorerkrankungen oder zum Schweregrad der Inkontinenz; u.a. Descensus perinei, Hysterektomie, Rektummukosaprolaps, Hämorrhoidalleiden, oder Rektozele keine signifikanten Auswirkungen auf die Behandlungsergebnisse.SchlussfolgerungDie 3T (Drei Ziele) Behandlung, mit einer Kombination aus AM-MF Stimulation und EMG Biofeedback, ist einer alleinigen Behandlung mit EMG Biofeedback und LFS bei der Behandlung der analen Inkontinenz überlegen. LFS hat keinen therapeutischen Effekt und sollte nicht länger bei analer Inkontinenz empfohlen werden.

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