Therapeutische Lymphographie - Auswertung klinischer Befunde von 1990 bis 2008

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Hintergrund: Jahrzehntelang galt die Lymphographie als Goldstandard zur Darstellung des lymphatischen Systems. Mit dem technischen Fortschritt der Schnittbilddiagnostik, insbesondere der Computer- und der Magnetresonanztomographie, nahm die Anzahl dieser Lymphographien jedoch deutlich ab. Nichtsdestotrotz ist eine weitere, meist unbekannte Indikation für die Lymphographie die therapeutische Anwendung bei Lymphgefäßverletzungen, welche zurzeit aber keine Standardtherapie darstellt. In unserer Klinik werden Lymphleckagen seit Jahren erfolgreich mit der Lymphographie behandelt, wenn die konservative Therapie versagt hat. Daher setzt sich diese Arbeit zum Ziel, die Befunde der konventionellen Lymphographien zwischen 1990 und 2008 retrospektiv zu evaluieren, um den Nutzen der therapeutischen Anwendung der Lymphographie darzustellen. Material & Methoden: Im Zeitraum von August 1990 bis Januar 2008 wurde bei 192 Patienten (130 Frauen, 62 Männer, 3-87 Jahre, Durchschnittsalter 52,4 Jahre) die Indikation zu 142 diagnostischen und 50 therapeutischen (Chylothorax, Chylaszites, Lymphozele, Lymphfistel) Lymphographien gestellt. Der Therapiererfolg wurde mit Hilfe des Fisher- bzw. Median-Tests, falls möglich mit dem Wilcoxon-Mann-Whitney-U-Test, und des Likelihood-Ratio-Tests ausgewertet.Ergebnisse: Von 50 Patienten litten 34 an einem Chylothorax, 9 an einer Lymphozele und 7 an einem Chylaszites. 7 Patienten wurden aufgrund von technischen Fehlern nicht in die statistische Auswertung aufgenommen. Der therapeutische Einsatz der Lymphographie mit einem kompletten Verschluss der Lymphleckage war bei 22 Patienten (51,2 %) erfolgreich. Die Variable Volumen der Lymphansammlung hat mit p = 0,04 den wesentlichen Beitrag zur Vorhersage des Therpieerfolgs geliefert. Patienten mit einem Lymphvolumen von < 500 ml/d zeigten eine doppelt so hohe Erfolgsrate (70 %) als Patienten mit > 500 ml/d (35 %). Außerdem konnte der Ort der Lymphgefäßverletzung in ca. 80 % der Fälle dargestellt werden, so dass ein chirurgischer Eingriff, falls notwendig, geplant werden konnte. Schlussfolgerung: Die therapeutische Lymphographie ist ein verlässliches, minimal-invasives Verfahren, um Lymphleckagen erfolgreich direkt zu verschließen oder zumindest maßgeblich zu verkleinern.

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