Stimmzettel mit einer Vielzahl von Wahloptionen oder der Möglichkeit des Kumulieren und Panaschierens stärken auf der einen Seite den Einfluss der Wähler, führen aber auf der anderen Seite zu einer komplexeren und aufwändigeren Auszählung. Elektronische Wahlschemata können den zeitlichen Aufwand für die Auszählung deutlich reduzieren.
In den vergangenen Jahren wurden bereits zahlreiche Wahlen elektronisch durchgeführt, beispielsweise die Betriebsratswahlen bei der Deutschen Telekom oder die Vorstandswahlen der Gesellschaft für Informatik. Der Einsatz Elektronischer Wahlen birgt jedoch auch gewisse Risiken zu Missbrauch und Manipulationen in großem Umfang.
Hirt und Sako stellten im Jahr 2000 das erste Wahlprotokoll vor, in dem Wähler nicht die Möglichkeit haben, einen Beleg über ihre Stimmentscheidung zu generieren. Diese Unüberprüfbarkeit oder Quittungsfreiheit wird allerdings in dem Wahlsystem nur unter unrealistischen physikalischen Anforderungen erreicht. Magkos et al. stellten daher 2001 ein Wahlprotokoll vor, das eine manipulationssichere Hardware, einen Observer einsetzt, um das Problem zu lösen.
In dieser Dissertation wird gezeigt, dass das System von Magkos et al. keine Unüberprüfbarkeit bietet. Diese Lücke wird geschlossen und das System verbessert. Anschließend wird ein weiteres effizienteres Wahlsystem mit Observer konstruiert.
Neben dem lange ungelösten Problem der Unüberprüfbarkeit gibt es weitere Angriffsmöglichkeiten auf Elektronische Wahlen. Juels et al. beschreiben in ihrer Veröffentlichung aus dem Jahr 2005 drei Angriffe, den Randomisationsangriff, den Impersonationsangriff und den Enthaltungsangriff. Ein gegen diese drei Angriffe abgesichertes System, nennen sie erpressungsresistent.
In dieser Dissertation wird ein neues Elektronisches Wahlprotokoll vorgestellt, das die Wahlberechtigung mittels wählerbezogener Credential prüft und Erpressungsresistenz bietet. Es ist deutlich effizienter als das System von Juels et al. und gestattet eine dauerhafte Geheimhaltung der abgegebenen Stimmen.
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