Softwareunterstützte Präsentationen sind als komplexe multimodale Textsorte zu verstehen, die sich in den letzten Jahren auch in der akademischen Lehre zur Wissensvermittlung durchgesetzt haben. Diese stellen eine hybride Textform dar, da sie geschriebene und gesprochene Sprache zu einer Einheit verbinden. So werden im Idealfall in der Durchführungsphase einer Präsentation die mündlich vermittelte Rede mithilfe der performativen Handlungen des Vortragenden zusammen mit der visuell dargebotenen Folienprojektion zu einer kohäsiven Einheit verknüpft. Man muss sich die Frage stellen, was die Präsentation als Textsorte ausmacht und wie die verschriftlichten und an die Wand projizierten Folien unter textlinguistischen Gesichtspunkten mit der mündlich artikulierten Rede zusammenhängen? Diese Verflechtung der sprachlichen, visuellen und performativen Modalitäten ist mit herkömmlichen textlinguistischen Mitteln nur eingeschränkt zu beschreiben. Tradionelle textlinguistische Modelle müssen daher aufgrund der multimodalen und multimedialen Eigenschaften von softwareunterstützten Präsentationen auf ein dynamisches Artefakt übertragen und modifiziert werden. Eine besondere Herausforderung lag darin, ein Beschreibungsinventar zu entwickeln, welches es möglich macht, eine mehrdimensionale, dynamische Textsorte wie die softwareunterstützte Präsentation möglichst genau zu erfassen, die modalitätsinternen und -übergreifenden Kohäsionsphänomene zu dokumentieren und nachvollziehbar zu beschreiben. Eine deskriptiv-empirische Erfassung und korpusbasierte, qualitative Analyse dieser Phänomene ist Hauptanliegen der Forschungsarbeit.
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