Einfluss von Saatstärke, Stickstoff- und Kaliumdüngung auf Ertrag und Qualität bei Winterweizen (Triticum aestivum) und Winterraps (Brassica napus) unter Trockenstress
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Zusammenfassung
In einem dreijährig wiederholten, vollrandomisierten Parzellenversuch von 2019-2022 auf einem gut mit Kalium versorgten Sandstandort (Su2) in Zentralmecklenburg wurde der Einfluss von Saatstärke, Stickstoffdüngung und Kaliumdüngung auf Ertrag und Qualität von Winterweizen (Triticum aestivum) und Winterraps (Brassica napus) unter Trockenstress geprüft. Die nutzbare Feldkapazität lag am Standort bei rund 18 mm dm-1 Boden, woraus sich nach artspezifischen Durchwurzelungstiefen etwa 110 mm verfügbare Feldkapazität für Weizen und 160 mm verfügbare Feldkapazität für Raps ergaben. Für alle drei Versuchsjahre konnte Trockenstress rechnerisch mit dem Modell AMBAV (Agrarmeteorologisches Modell zur Berechnung der aktuellen Verdunstung) des Deutschen Wetterdienstes ermittelt und auch an den Versuchspflanzen Weizen und Raps nachgewiesen werden. Dauer und Intensität des Trockenstresses differierten zwischen den Versuchsjahren deutlich. Der Raps war an die Bedingungen des Versuchsstandortes durch sein tiefergehendes Wurzelsystem und seine frühere und damit bei gesicherter Wasserversorgung stattfindende Blüte besser angepasst als der Weizen, dessen Blüte dreijährig durch Trockenstress beeinflusst war. Daher unterschieden sich die Kornerträge artuntypischerweise in zwei Versuchsjahren nur gering auf einem Niveau um 40 dt ha-1. In beiden Kulturen konnten gesteigerte Kornerträge bei erfolgter Kaliumdüngung trotz der guten Kaliumversorgung des Versuchsstandortes nachgewiesen werden; daraus resultierte eine verbesserte Wassernutzungseffizienz. Der Weizen reagierte auf eine Reduktion der Saatstärke mit signifikanten Mindererträgen. Die saatstärkereduzierten Varianten waren nicht in der Lage, ausreichend Bestockungstriebe zu bilden und wiesen daher signifikant weniger Ähren m-2 auf. Eine Kompensation durch eine erhöhte Kornanzahl Ähre-1 oder eine Steigerung der Tausendkornmasse war nicht zu beobachten. N-Düngewirkungen auf den Kornertrag waren beim Weizen nur vereinzelt zu beobachten, da die durch N-Düngung gesteigerte Ährenanzahl m-2 durch eine verminderte TKM ertraglich egalisiert wurde. Im Weizen führte eine Reduktion der N-Düngung und eine unterlassene Kaliumdüngung zu reduzierten Konzentrationen der beiden Nährstoffe in der Trockenmasse der Gesamtpflanze zu Stadium EC 34/37. Sowohl eine hohe N-Düngeintensität als auch erfolgte Kaliumdüngung führten dreijährig zu gesteigerten Rohproteinkonzentrationen im Weizenkorn. Intensive N-Düngung führte dreijährig zu erhöhten Rohproteinerträgen. Durch intensivere Einzelpflanzenentwicklung war die Reduktion der Saatstärke bei Raps nicht ertragswirksam, da in den Prüfvarianten mit reduzierter Saatstärke eine signifikant höhere Kornanzahl Pflanze-1 gebildet werden konnte, ohne die TKM negativ zu beeinflussen. Eine Reduktion der N-Düngung wirkte im Raps ertragsmindernd, da signifikant weniger Körner m-2 gebildet wurden. Intensive N-Düngung führte zu den höchsten Kornerträgen und reduzierte gleichzeitig die Ölkonzentration im Rapssamen. Eine zuverlässige Wirkung der Prüffaktoren auf den Ölertrag war nicht mehrjährig nachweisbar.