Anwendung neuer apparativer Untersuchungsverfahren zur Bestimmung der Hirninfarktätiologie

Lade...
Vorschaubild

Datum

Betreuer/Gutachter

Weitere Beteiligte

Beteiligte Institutionen

Herausgeber

Zeitschriftentitel

ISSN der Zeitschrift

Bandtitel

Verlag

Zusammenfassung

Hintergrund: Mittels diffusionsgewichteter MRT lassen sich bereits früh beim akuten Hirninfarkt Ischämien nachweisen. Das topographische Muster der DWI-Läsionen wurde in der vorliegenden Studie auf einen Zusammenhang mit der Hirninfarkt-Subklassifikation nach TOAST-Kriterien untersucht. Weiterhin wurde untersucht, ob es eine Korrelation von spezifischen DWI-Läsionsmustern zu einzelnen kardialen Emboliequellen gibt. Methodik und Ergebnisse: Bei 510 konsekutiven Patienten (Alter 65±12 Jahre) mit akutem Hirninfarkt(95%) und TIA(5%) wurde innerhalb der ersten 72 Stunden nach Symptombeginn ein kraniales DWI-MRT durchgeführt. Die Läsionsmuster wurden klassifiziert als singulär, multipel in einem vaskulären Stromgebiet und in mehreren Stromgebieten, sowie nach Ort und Größe. Multiple Läsionen wurden diagnostiziert, wenn Läsionen von einander unterschiedliche relative ADC-Werte zeigten. Die ätiologische Hirninfarkt-Subklassifikation wurde nach den TOAST-Kriterien bestimmt: Arteriosklerose, Kardioembolie, Mikroangiopathie, andere Ursache, konkurrierende Ursachen, undefinierter Typ. Es fand sich eine deutlich signifikante Korrelation des nachgewiesenen Läsionsmusters mit der TOAST-Klassifikation(p<0,001). Multiple unilaterale Läsionen im vorderen Hirnkreislauf waren signifikant mit Arteriosklerose assoziiert. Aufgrund des 15mm Kriteriums für Mikroangiopathie, gab es eine signifikante Assoziation von subkortikalen Läsionen >15mm zum kryptogenen Infarkt. Der Nachweis von multiplen bilateralen Läsionen(p<0,001) und singulären kortikosubkortikalen Läsionen(p<0,01) ging signifikant mit dem Nachweis einer kardialen Emboliequelle einher. Bei der weiteren Untersuchung der 153 Patienten mit kardiogener Embolie oder Aorten-Plaque, fand sich eine signifikante Assoziation multipler, bilateraler Läsionen mit Links-Herz-Thromben(p<0,01). Andere Emboliequellen korrelierten nicht signifikant mit einem spezifischen DWI-Läsionsmuster. Multiple, zeitlich disseminierte DWI-Läsionen korrelierten signifikant mit einem hypo- oder akinetischen linksventrikulären Segment und Linksherz-Thromben als Emboliequellen(p<0,01). Schlussfolgerung: Zwischen dem Läsionsmuster im frühen DWI-MRT beim akuten Hirninfarkt und der ursächlichen Ätiologie nach TOAST-Klassifikation besteht ein signifikanter Zusammenhang. Multiple Läsionen finden sich häufiger bei kardialen Embolien, dies kann interpretiert werden als Folge einer spezifischen Thrombusbeschaffenheit mit Tendenz zu disseminierten Embolien. Ein Zusammenhang zwischen DWI-Läsionsmuster und spezifischer Emboliequelle konnte nicht beobachtet werden. Jedoch könnte die zusätzliche Information durch zeitlich disseminierte DWI-Läsionen und die Assoziation zu kardiogener Embolie durch ein hypo- oder akinetisches linksventrikuläres Segment und Linksherz-Thromben als erhöhtes Rezidivrisiko in der Akutphase interpretiert werden und somit beim Erkennen von "Hochrisikopatienten" helfen.

Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen

Beschreibung

Anmerkungen

Erstpublikation in

Erstpublikation in

Sammelband

URI der Erstpublikation

Forschungsdaten

Schriftenreihe

Zitierform