Metabolische Veränderungen bei antiretroviraler Therapie unter besonderer Berücksichtigung der mitochondrialen Toxizität

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Die symptomatische Hyperlaktatämie oder Laktatazidose ist eine seltenelebensbedrohliche Nebenwirkung, die unter Einnahme vonNukleosidanaloga, insbesondere Thymidinanaloga, im Rahmen derantiretroviralen Therapie (ART) bei HIV-Infektion auftreten kann. Circa15 35% der mit Nukleosidanaloga behandelten Patienten zeigen zudemregelmäßig einen leicht erhöhten Serum-Laktatspiegel, ohne dabeiklinische Symptome einer Hyperlaktatämie zu entwickeln. Der dafürzumindest teilweise verantwortliche Mechanismus ist die Hemmung dermitochondrialen Polymerase gamma durch Thymidinanaloga mit konsekutiverDepletion der mitochondrialen DNA (mtDNA). Ein prädiktiver klinischeroder laborchemischer Marker für die Entwicklung einer Laktatazidoseunter ART existiert bislang nicht.Ziel der vorliegenden Arbeit war es deshalb, im Rahmen einer PilotstudieVeränderungen im Stoffwechsel HIV-infizierter Patienten zu analysieren,die mit einer Prädisposition für klinisch relevante Laktatazidosen unterART-Therapie assoziiert sind. Insgesamt ließen sich in dieser Pilotstudie mit kleinen Patientenzahlendurch die zusätzlich zum Nüchternlaktat im Plasma durchgeführteBestimmung der Laktatverläufe nach oraler Belastung keine zusätzlichenpathologischen Veränderungen bei HIV-Patienten unter antiretroviralerTherapie detektieren. Durch Bestimmung der Carnitinfraktionen im Serumund die Analytik der mtDNA in peripheren Blutlymphozyten ließen sichebenfalls keine Atmungskettendefekte unter ART erfassen. Demgegenüberergab die mtDNA-Analyse mittels real-time PCR in der Leberbiopsie beieinem Patienten mit symptomatischer Laktatazidose trotz normalermtDNA in peripheren Blutlymphozyten eine drastische mtDNA-Depletion inHepatozyten unter Therapie mit Stavudin. Bei Organtoxizitäten unterNukleosidtherapie sollte dshalb eine organspezifische mtDNA-Analysemittels real-time PCR, bei Hepatotoxizität aus Hepatozyten, zurätiologischen Abklärung in Erwägung gezogen werden.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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