Sind aktuelle Self-Etch Adhäsive zur Füllungstherapie im Milchzahngebiss geeignet?

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Einleitung: Die geringe Mitarbeit junger Patienten erfordert von den Behandlern eine schnelle und einfache Restauration [38,115]. Deshalb wurden in den letzten Jahren zahlreiche Self-Etch Adhäsive [SEA] auch für den Indikationsbereich Milchgebiss entwickelt [38,110,111]. Makro- und mikromorphologische Unterschiede zwischen erster und zweiter Dentition, machen In-vitro Untersuchungen notwendig zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit dieser Adhäsivsysteme.Zielsetzung: Um aktuelle SEA hinsichtlich ihrer Eignung für eine adhäsive Restauration am Milchgebiss zu untersuchen, wurden folgende Nullhypothesen aufgestellt: Es besteht kein signifikanter Unterschied hinsichtlich der Haftwerte zwischen SEA und Prime & Bond NT am Milchzahndentin. Die Verwendung von SEA mit pH-Werte kleiner 2 hat keinen negativen Einfluss auf die Adhäsion am Milchzahndentin. Die Verwendung von 4-META und 10-MDP in SEA beeinflusst die Haftung am Dentin der ersten Dentition nicht. Die Lösungsmittelkonzeption (Ethanol/Wasser und Aceton/Wasser) beeinflusst die Adhäsion am Milchzahndentin nicht.Methode: Mit dem Einverständnis der Ethikkommission des medizinischen Fachbereiches der Justus Liebig Universität Gießen (AZ 143/09) wurden von 71 frisch extrahierten Milchzähnen 61 für den µTBS genutzt. Jeder wurde bis auf das Dentin freigelegt, und anschließend wurde eine standardisierte Schmierschicht erzeugt (Grinder-Polisher Beta & Met II P600 Siliziumkarbid, Buehler). Die Probenkörper wurden mit zehn SEA entsprechend der Herstellerangaben gebondet (iBond SE [IB], Heraeus Kulzer; XenoV+ [XEV], Dentsply Detrey; G-Bond [GB], Gaenial Bond [GaB], GC; BeautiBond [BB], Shofu; AdheSE One F [AOF], Ivoclar Vivadent; Adper Easy Bond [AEB], 3M ESPE; Clearfil SE Bond [ClSE], Kuraray; Optibond XTR [OpXTR], KerrHawe; Prime & Bond NT [PBNT], Dentsply). Ein ca. 5 mm hoher Kompositaufbau wurde mit Filtek Z 250 (3M ESPE) aufgebaut. Nach 24 Stunden in destilliertem Wasser bei 37° C wurden 848 Komposte-Dentin-Stäbchen aus den Probenkörpern gesägt (Low Speed Saw Isomet 1000, Buehler). Die entstandenen 0,36 mm² großen Stäbchen wurden im µTBS geprüft (Zug-Druck-Prüfsystem TC-550, Syndicad Ingenieurbüro). Die Frakturanalyse wurde bei 40-facher Vergrößerung unter dem Fluoreszenzmikroskop durchgeführt (AZ 100, Nikon). Für jedes Adhäsiv wurde ein weiterer Zahn exemplarisch zur rasterelektronenmikroskopischen Untersuchung vorbereitet und unter dem REM Amray 1610 Turbo (Ing.-Büro Peter Liebscher) begutachtet. Die statistische Auswertung wurde mit dem Statistikprogramm SPSS 15 (IBM, Armonk, USA) durchgeführt. Die Überprüfung der Normalverteilung wurde mit dem Kolmogorov-Smirnov-Test und die Auswertung der Haftwerte mittels Oneway-ANOVA (mod. LSD, p < 0,05) beziehungsweise Mann-Whitney-U-Tests (p < 0,05) (AOF, BB) durchgeführt. Die Frakturmodi der einzelnen Gruppen wurden mittels Mann-Whitney-U-Tests (p < 0,05) ausgewertet.Ergebnisse: Zwei SEA (XEV, AOF) erreichten signifikant niedrigere und sechs SEA (IB, GaB, BB, AEB, ClSE, OpXTR) signifikant höhere Haftwerte als die Referenzgruppe PBNT. Drei Adhäsive (IB, ClSE, PBNT) blieben ohne Pre-Testing-Failure [PTF]. AOF hatte den größten Anteil an PTF (28%, p < 0,05). Schlussfolgerung: Die aufgestellten Nullhypothesen müssen teilweise widerrufen werden. Es besteht ein signifikanter Unterschied hinsichtlich der Haftwerte zwischen den meisten SEA und PBNT am Milchzahndentin. Einzig GB zeigte keinen signifikanten Unterschied. Die Verwendung von SEA mit pH-Werten kleiner 2 hat keinen generell negativen Einfluss auf die Adhäsion am Milchzahndentin. Dabei scheint ein pH-Wert kleiner 1,5 einen negativen Einfluss auf die Haftwerte zu haben (XEV, AOF). Die Verwendung von 4-META und 10-MDP in SEA beeinflusst die Haftung am Dentin der ersten Dentition positiv (GB, ClSE, IB, BB, GaB). Dabei können auch Adhäsive ohne 4-META und 10-MDP ähnliche Haftwerte generieren (OpXTR, AEB). Die Lösungsmittelkonzeption (Ethanol/Wasser und Aceton/Wasser) beeinflusst die Adhäsion am Milchzahndentin nicht. Dabei nutzten die zwei signifikant schlechtesten SEA ein Ethanol/Wasser Gemisch (XEV, AOF).Diese Daten sollten durch weitere experimentelle und klinische Belastungstests bestätigt werden, um eine endgültige Aussage über die Praxistauglichkeit zu ermöglichen.

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