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Exokrine Pankreasinsuffizienz bei Cholelithiasis : eine Fall-Kontroll-Studie zur Untersuchung der exokrinen Pankreasfunktion und gastrointestinalen Symptomatik bei Gallensteinpatienten

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Zur Untersuchung der Prävalenz einer exokrinen Pankreasfunktionsstörung bei Gallensteinträgern wurden 91 Gallensteinpatienten und 94 Kontrollpatienten ohne Gallensteinerkrankung miteinander verglichen. Die exokrine Pankreasfunktion wurde durch Messung der beiden Enzyme Chymotrypsin und Elastase 1 im Stuhl bestimmt. Gastrointestinale Symptome wurden anamnestisch mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens ermittelt. Die Gallenstein- und Kontrollgruppe unterschieden sich nicht signifikant in Merkmalen mit relevantem Einfluss auf die exokrine Pankreasfunktion (Alter, Alkoholkonsum). Ein Diabetes mellitus wurde durch die Bildung von Untergruppen bei der Auswertung gesondert berücksichtigt. Gastrointestinale Symptome fanden sich in beiden Gruppen in hoher Prävalenz. In der Gallensteingruppe wurden die meisten Symptome (Oberbauch-Druckgefühl, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Fett- und Speisenunverträglichkeit) signifikant häufiger als in der Kontrollgruppe angegeben, als Zeichen einer hohen Prävalenz persistierender und rezidivierender Gallenstein-bedingter Beschwerden bei den untersuchten Gallensteinpatienten. Pathologische Enzymmesswerte fanden sich in beiden Gruppen ebenfalls in hoher Prävalenz. Trotz einer gewissen Anzahl potentieller falsch-positiver Ergebnisse, kommt demnach möglicherweise eine exokrine Pankreasinsuffizienz in der allgemeinen Bevölkerung wesentlich häufiger vor als bisher angenommen. Die Chymotrypsinmessung war im Gegensatz zur Elastase 1 - übereinstimmend mit anderen Studien mit dem Nachweis einer geringeren Sensitivität des Chymotrypsin - nicht in der Lage zwischen den Untersuchungs- oder Untergruppen signifikante Unterschiede zu zeigen. Chymotrypsin erscheint daher für zukünftige Untersuchungen der exokrinen Pankreasfunktion weniger geeignet als die Elastase 1. Bei den Gallensteinpatienten konnte, trotz einer hohen Prävalenz pathologischer Elastase 1-Werte (25 %), eine exokrine Pankreasinsuffizienz (anhand der Elastase 1- und Chymotrypsin-Messungen) nicht signifikant häufiger als in der Kontrollgruppe nachgewiesen werden. Auch Symptome einer Malassimilation fanden sich bei den Gallensteinpatienten nicht signifikant häufiger als in der Kontrollgruppe. Die Gallensteinpatienten zeigten im Vergleich zur Kontrollgruppe jedoch einen Trend zu niedrigeren Elastase 1-Messwerten (p=0,061). Hieraus kann - unter Berücksichtigung der Daten anderer Studien der exokrinen Pankreasfunktion bei Gallensteinträgern - geschlossen werden, dass Gallensteinträger möglicherweise ein erhöhtes Risiko für eine leichtgradige exokrine Pankreasinsuffizienz aufweisen. Diese Annahme muss in weiteren Studien bestätigt werden. Als Risikofaktoren einer exokrinen Pankreasinsuffizienz konnten in erster Linie ein Diabetes mellitus und in geringerem Umfang Alter bestätigt werden, welche somit auch bei zukünftigen Studien der exokrinen Pankreasfunktion berücksichtigt werden sollten.

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Original publication in

Digestive Diseases and Sciences, 46 (2001), S. 536-539

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