Migrationsrealitäten und Migrationswünsche nepalesischer Frauen im Wandel : Vergleichende Betrachtungen zu Mobilität und Migration der Frauen unterschiedlicher ethnischer Gruppen und Kasten aus ausgewählten Gebieten im Terai, Mittelland und Hochgebirge Nepals

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Migrationen und insbesondere Arbeitsmigrationen nepalesischer Frauen sind in den letzten Jahren immer häufiger in die Schlagzeilen geraten. Um Planungsziele und staatliche Auflagen zur Migration von Frauen zu hinterfragen, war es Ziel der Arbeit, eine vergleichende Studie zum Thema Frauenmigration durchzuführen. Es sollten sowohl gebietsabhängige Unterschiede der Migrationsformen von Frauen als auch kasten- bzw. ethnospezifische Muster herausgearbeitet werden. Die Wahl eines Gender- und Haushaltsstrategienansatzes sollte dabei helfen, den Zusammenhang zwischen sozialer und räumlicher Mobilität der Frauen unterschiedlicher sozialer und ethnischer Herkunft aufzuzeigen.Die Befragungen in sechs in den naturräumlichen Regionen Hochgebirge (Mountain), Mittelland (Hill) und Tiefland (Terai) liegenden Gemeinden haben gezeigt, dass in allen Gebieten temporäre Arbeitsmigrationen zu den Einkommensstrategien der Haushalte gehören. 12,3 % der zum Zeitpunkt der Feldarbeiten abwesenden Arbeitsmigranten waren weiblich.Insbesondere gebildete junge nepalesische Frauen haben Zukunftsziele, die über Heirat und die Gründung einer Familie hinausgehen. Je besser Frauen über Möglichkeiten und damit auch über Gefahren von Arbeitsmigrationen informiert sind, umso höher liegt ihre Migrationsbereitschaft. Der Schutz von Migrantinnen durch staatliche Reglementierungen hat sich jedoch in der Vergangenheit als Hindernis bei der Realisierung von ins Ausland gerichteten Arbeitsmigrationen erwiesen.Wie die Untersuchung zeigte, haben Verwandtschafts- bzw. Kastennetzwerke einen besonderen Einfluss auf Richtung und Ausmaß von Migrationen und erwiesen sich sowohl für Heiratsmigrantinnen als auch für Arbeitsmigrantinnen als bedeutsam. Transnationale Netzwerke zwischen Nepal und Migrationszielen wie Hongkong, Japan oder Indien ermöglichen den Frauen einiger Volksgruppen eine sichere Arbeitsmigration. Eines der Ziele einer neu orientierten Emigrationspolitik sollte daher die Schaffung und Förderung beispielsweise von Emigrant(inn)ennetzwerken sein, wie sie bereits im kleinen Rahmen existieren. Es fragt sich jedoch, ob ein Anstieg weiblicher lahures , wie die nepalesischen Arbeitsmigranten in Anlehnung an die Gurkha-Tradition häufig genannt werden, tatsächlich wünschenswert ist. Die Entwicklung der überwiegend ländlichen Gebiete Nepals und eine gezielte Frauenförderung beispielsweise durch einen weiteren Ausbau von Mikrokreditprogrammen würden den nepalesischen Frauen nachhaltigere Zukunftsperspektiven bieten als vorübergehende Arbeitsaufenthalte im Ausland.Die Analyse der bestehenden Migrationsrealitäten und Migrationswünsche nepalesischer Frauen hat vor allem gezeigt, dass es über regionale Besonderheiten hinaus traditionelle Regelungen und Geschlechterrollen innerhalb der (ethno-) sozialen Gruppe sind, die die - soziale und räumliche - Mobilität von Frauen prägen. Trotz einer im Vergleich zur Elterngeneration besseren Schulbildung haben junge Nepalesinnen weiterhin ein stark eingeschränktes Mitspracherecht in Familie und Öffentlichkeit und damit wenig Einfluss auf die eigene Zukunft.

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