Emissionsminderungsmaßnahmen der Formaldehyd-Belastung im anatomischen Praktikum am Beispiel der Humanmedizin der Justus-Liebig Universität Gießen im Vergleich zur Nachbehandlung mittels InfutraceTM

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Ziel der Arbeit war, mittels lüftungs- und präparationstechnischer Optimierung im anatomischen Praktikum zu einer Reduktion der Formaldehyd-Belastung in der Atemluft bei Studierenden und Hochschulangestellten zu gelangen, um den erst seit kurzem verbindlichen Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) für Formaldehyd dauerhaft und sicher zu unterschreiten. In der vorliegenden Arbeit lag der thematische Schwerpunkt der Reduktionsminderung bei Adaptationen der Fixierung sowie der Nachbehandlung mit einem Formaldehyd-bindenden Agens (InfutraceTM). Die lüftungstechnische Optimierung wird in der Dissertation von Hans Hieke dargestellt. Im Rahmen der gesamten Untersuchungsreihe wurde die Formaldehyd-Emission an insgesamt 29 verschiedenen Präparaten mit 7 unterschiedlichen Fixierungen an 206 Messwerten, davon 122 Personenmessungen, untersucht. In detaillierten Voruntersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass die Formaldehyd-Emission mit der Verwendungsdauer der Präparate im Praktikum abnimmt, kachektische Körperspender deutlich mehr Formaldehyd emittieren und Präparate mit massiven Schichten von Depotfett nur sehr geringe Mengen an Formaldehyd abgeben. Abhängig von der Präparation kommt es vor allem bei der Hautöffnung zur ersten Belastungsspitze, da die Haut eine Diffusionsbarriere für die Emission von Formaldehyd darstellt. Mit Optimierung der Lüftungstechnik wurde eine Abnahme der Formaldehyd-Belastung in der Atemluft um 60% erreicht. Durch Injektion in Kavitäten und zusätzlicher subkutaner Mehrfach-Injektion von InfutraceTM konnte die Emission um zusätzliche 90% auf weniger als 0.1 mg/m³ im realen Praktikumsbetrieb auch bei hoher Expositionserwartung während und nach Situs- oder Hautöffnung abgesenkt werden. Unangenehme Gerüche und Beschwerden über Irritationen der Schleimhäute waren seit der Verwendung von InfutraceTM nicht mehr zu beobachten. Die Präparate zeigten eine weiterhin gute Haptik.Um die individuell variierende Exposition mit Formaldehyd auch langfristig zu überprüfen, wurde der Einsatz von kostengünstigen und einfach anwendbaren Passiv-Sammelmedien diskutiert und am Beispiel des Radiello®-Passivsammlers messtechnisch verifiziert.Die angewandte Methode ist ohne großtechnischen Aufwand unabhängig von aufwendigen Lüftungs- und Baumaßnahmen an jeder Anatomie anzuwenden und erlaubt die Verwendung von Körperspendern, die nach den vorliegenden Untersuchungen mit bis zu 3% Formaldehyd fixiert worden sind. Damit ist nachhaltig sicheres Arbeiten für Dozenten und Studierende ohne Infektionsgefahr sichergestellt. Selbst der weltweit strengste japanische Arbeitsplatzgrenzwert von 0.2 mg/m³ für Formaldehyd wird durch Anwendung der vorgestellten Methode weit unterschritten

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